Thermometer steigt

Jetzt kommt die Sonne! Doch Vorsicht ...

München - Der Frühling kommt. Endlich! Jeder wartete auf die Nachricht, die jetzt von den Meteorologen kommt: Der Winter ist endgültig vorbei.

Seit Tagen klingelt das Telefon in der Waldwirtschaft Großhesselohe in Pullach (Kreis München). Seit die Meteorologen verkündet haben, dass es dieses Wochenende endlich soweit ist: 20 Grad, Sonnenschein, Biergarten-Wetter. „Wir hoffen auf einen großen Ansturm“, sagt Jeanette Jähne, die Assistentin der Geschäftsführung der Waldwirtschaft. Seit Freitag hat sie Reservierungen für nahezu alle Tische. „Aber im Selbstbedienungsbereich ist noch Platz für spontane Besucher“, sagt sie. Alle Mitarbeiter werden am Wochenende ab 8 Uhr morgens im Einsatz sein – und die ersten Frühlingstage mit Arbeiten verbringen. „Wir freuen uns darauf“, sagt Jeanette Jähne. „Seit Wochen kribbelt es in uns allen – es muss jetzt endlich losgehen.“ Der Biergartenbetrieb beginnt dieses Jahr etwa einen Monat später als sonst. Aber das Team der Waldwirtschaft hat sich fest vorgenommen, den kältesten März seit 25 Jahren wieder reinzuarbeiten.

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Genau wie Monika und Christoph Rixner. Das Ehepaar betreibt einen Bootsverleih am Tegernsee (Kreis Miesbach) – und hatte eigentlich schon zu Ostern auf Frühlingswetter gehofft. Die Regentage haben die beiden genutzt, um alle Tret- und Elektroboote für die Saison herzurichten, sie abzuschleifen und frisch zu lackieren. „Jetzt rufen sie regelrecht nach Menschen“, sagt Monika Rixner und lacht. Auch sie rechnet spätestens am Sonntag mit großem Andrang – und auch sie freut sich darauf. „Dieser erste warme Tag, wenn man an der frischen Luft sitzen kann ohne zu frieren – das ist für mich jedes Jahr der schönste Moment“, sagt sie. Deshalb macht es ihr auch nichts aus, dieses Wochenende arbeiten zu müssen. Sie sieht gerne dabei zu, wie endlich wieder Leben auf den See kommt. „Alle haben den Winter satt, alle wollen jetzt raus aufs Wasser“, ist Monika Rixner überzeugt. Und das Beste: „Alle bringen gute Laune mit.“

Achtung beim Anpflanzen: Nachtfrost im Mai!

Spätestens dieses Wochenende geht auch der Winterschlaf in den 83 Anlagen des Kleingartenverbands München zu Ende. In den insgesamt 8700 Parzellen verschwinden nun die Abdeckungen von den Blumenbeeten, die Gartenhäuschen werden wieder aufgeschlossen. Helmut Schmidt ist einer von denen, der seinen Garten nun pünktlich zum Frühlingsbeginn auf Vordermann bringen will. „Ich werde mein Beet herrichten“, sagt der Vorsitzende des Kleingartenverbands. Nach der langen dunklen Zeit freut er sich, endlich wieder draußen werkeln zu können. „Ich warte schon so lange darauf.“ Umgraben, Rosen und Sträucher schneiden oder Rasenmähen – die Saisonvorbereitung beginnt. Wenn auch zwei bis drei Wochen später als gewohnt. Doch Schmidt warnt vor zu viel Optimismus: „Mitte Mai kommen die Eisheiligen.“ Von 11. bis 15. Mai droht dem frisch gepflanzten Gemüse und den eingesetzten Blumen nochmal Nachtfrost. Deshalb rät Kleingärtner Schmidt: „Erstmal nur im Gewächshaus anpflanzen.“

Allergiker und helle Hauttypen aufgepasst!

Auch für Menschen ist es an diesem Wochenende nicht verkehrt, sich gelegentlich ein Schattenplätzchen zu suchen. Denn besonders am Sonntag soll die Sonne vom Himmel knallen. „Das ist für die Haut eine Belastung“, sagt Bernadette Eberlein, Dermatologin am Münchner Klinikum rechts der Isar. Obwohl es die ersten warmen Sonnenstrahlen 2013 sind, sollten besonders helle Hauttypen auf der Hut sein. Gegen einen roten Nacken oder eine rote Nase hilft altbewährtes: „Sonnencreme und Mütze.“ Und auch die Sonnenbrille sollte dieses Wochenende nicht fehlen. Auf sie selbst und auf alle anderer Allergiker kommt außerdem noch eine andere Belastung zu: Blütenstaub fühlt sich in der warmen Luft besonders wohl. „Birkenpollen könnten ziemlich massiv fliegen“, warnt Eberlein. Ein weiteres Zeichen dafür, dass der Winter nun endgültig zu Ende ist.

„Der Umschwung ist geschafft“, sagt Meteorologe Marcus Beyer vom Deutschen Wetterdienst. Und noch eine gute Nachricht hat er: Es bleibt auch in der nächsten Woche noch frühlingshaft mit Temperaturen um 20 Grad. Der wärmste Tag wird Montag werden, kündigt Beyer an. „Es wird bis zu 26 Grad warm.

Katrin Woitsch und Matthias Strehler

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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