Weltuntergang? Saharastaub! Wie hier am Starnberger See war am Samstag der Himmel gelb gefärbt.
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Weltuntergang? Saharastaub! Wie hier am Starnberger See war am Samstag der Himmel gelb gefärbt.

Wetterphänomen

Weltuntergangsstimmung am Wochenende: Nach dem Saharastaub wird‘s richtig kalt

  • Kathrin Brack
    vonKathrin Brack
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Alle paar Jahre färbt sich der Himmel über Bayern gelb. Am Wochenende war es wieder so weit: Statt Sonnenschein gab es Staub aus der Sahara. Auf den wird nun extreme Kälte folgen.

  • Am Samstag trat in Süddeutschland ein Wetterphänomen auf, dass es in dieser Intensität nur alle paar Jahre zu sehen gibt.
  • Der Saharasand ist nicht gefährlich, kann aber für Allergiker unangenehme Folgen haben.
  • Auf die warme Föhnlage könnte jetzt Dauerfrost folgen.

München – Ursprünglich wollte Christian Fischer die angekündigte Föhnlage am Samstagmorgen nutzen, um ein paar Fotos mit Fernsicht zu machen. Statt eines freien Blickes Richtung Alpen bekam der wetterbegeisterte Gewitterjäger aus Indersdorf (Kreis Dachau) aber wie die meisten Menschen in Oberbayern nur einen gelben Schleier zu sehen: Saharastaub. „In verschiedenen Wetterforen gab es Modellkarten, die prognostizierten, dass er kommt“, sagt Fischer. Doch wie stark er sich bemerkbar machen würde, war schwer vorauszusagen.

Dass die Zeit reif ist für sichtbaren Saharastaub, merken die Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) manchmal erst dann, wenn sie mit ihrer Temperaturprognose daneben liegen. Am Samstag war das so: Die Meteorologen hatten Sonne und bis zu 18 Grad am Alpenrand angekündigt. Daraus wurden letztlich vier bis acht Grad und ein trüber Himmel mit Gelbstich. „Es war deutlich kälter, als wir erwartet hatten“, sagt Meteorologe Christian Kronfeldner. „Das lag daran, dass die Sonneneinstrahlung durch die dichte Bewölkung fehlte.“

Saharastaub über Oberbayern: Nicht immer wird der Sand sichtbar

Saharastaub gibt es laut Kronfeldner mindestens ein Mal pro Jahr. Allerdings mache er sich nicht jedes Jahr gleich stark bemerkbar. Damit die Sandpartikel den Himmel über Bayern einfärben können, müssen mehrere Faktoren erfüllt sein. „Es braucht ein Sturmereignis und dazu einen kräftigen Südstrom mit starkem Südwind“, zählt der Meteorologe auf, „außerdem muss es der Staub über die Alpen schaffen, also hoch genug liegen und sich dann absenken. Dafür braucht es Niederschlag.“

Der Weg des Saharastaubes Richtung Bayern begann demnach mit einem Wüstensturm. Starke Winde wirbelten den Sand auf und brachten kleinste Partikel in die Atmosphäre. Ein Tiefdruckgebiet über Südwesteuropa übernahm dann den Transport: Die entstandenen Südwinde trugen den Sand über das Mittelmeer und die Alpen nach Süddeutschland.

Wetter in Bayern: Auf den Saharastaub folgt Dauerfrost

Gefährlich ist dieser gelbe Schleier nicht, auch wenn er bei einigen Betrachtern Weltuntergangsstimmung auslösen mag. Allerdings bringt der Sahara-Wind warmes Klima mit, das wiederum den Pollenflug begünstigt – was Allergikern zu schaffen machen kann. Der Sand selbst ist dagegen harmlos. Der Saharastaub hat außerdem nur einen kurzen Zwischenstopp über dem Freistaat gemacht. Laut DWD ist er nun Richtung Norden unterwegs, wo er sich in schneereichen Gebieten rostrot zeigen kann.

In Bayern ist der Sand dank des Regens vom Sonntag bereits am Erdboden gelandet. „Auf meinem Auto lag eine gut sichtbare Sandschicht“, sagt Christian Fischer. Er beobachtet die Wettermodelle fast stündlich. „Und im Moment ist jeder Modelllauf anders.“ Zwar soll es in den kommenden Tagen schneien, Fischer glaubt aber nicht an große Schneemengen. „Es sieht eher nach Dauerfrost aus“, sagt er. „Im Lauf der Woche wird es wohl immer kälter werden.“

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