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Wetter: Bayern ist staubtrocken

München - Seit vier Wochen ist der Freistaat ohne Niederschlag. Kein Schnee, kein Regen. Nichts. Und so schnell wird sich das auch nicht ändern. Hält die Natur das aus?

Auf der Zugspitze ist es ruhig. Kein Lift, der surrt, nirgends ein Skifahrer, der mit seinen Kanten durch den Schnee schneidet. Warum auch. Seit gut vier Wochen will da oben auf 2900 Metern einfach kein Schnee fallen. Derzeit liegen auf der Zugspitze 21 Zentimeter Alt-Schnee. Ein historischer Tiefstand. Im Jahr 1983 gab es zuletzt ähnlich wenig Schnee.

Die Ursache für den Schneemangel: Ein großes Hochdruckgebiet schaufelt trockene Luft nach Deutschland. Seit dem 21. Oktober ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes kein nennenswerter Niederschlag gefallen – im November 2011 nicht ein einziger Tropfen.

Im flachen Land ist die Lage nicht viel anders als auf Deutschlands höchstem Berg. Auch wenn sich Nebel und Hochnebel in den letzten Wochen mancherorts lückenlos abwechseln: Es ist staubtrocken, seit Ende Oktober ist praktisch kein Regen gefallen. Eine interaktive Karte des Niedrigwasserinformationsdienstes im Internet (www.nid.bayern.de) zeigt für ausgewählte Orte in Bayern detailliert, wie lange die Trockenperiode schon andauert: Spitzenreiter sind Stallwang und Aholfing im Kreis Straubing -Bogen – mit 36 Tagen ohne Regen. Auch in Oberbayern ist es staubtrocken. Krün (Kreis Garmisch-Partenkirchen) hat seit 29 Tagen keinen Tropfen gesehen, Hohenpeißenberg 28 Tage. Besser sieht es lediglich in der Rosenheimer Gegend mit 22 Trockentagen aus. Der Wasserstand einiger Gewässer, etwa die Isar in München oder die Amper bei Fürstenfeldbruck, ist laut NID inzwischen „sehr niedrig“.

Der Chef-Meteorologe Volker Wünsche, warf für unsere Zeitung einen Blick in die Akten des Deutschen Wetterdiensts. Demnach war es außerhalb der Berge zuletzt im Herbst 1962 ähnlich trocken. Damals wurden 27 regenlose Tage registriert. 1959 waren es sogar 70 Tage zwischen Mitte August und Ende Oktober.

Wie packt die Natur diese lange Trockenzeit? Gartenbesitzer sollten ihre Pflanzen gießen, sagt Fritz Kapp, Fachberater des Kleingartenverbands München, auch wenn es nachts unter 0 Grad hat. „Alle Pflanzen mit grünen Flächen brauchen Wasser, weil das unten an der Wurzel trotz Frost weiterhin verdunstet.“ Das gilt für Bäume, Stauden – und für Rosen. Denn: „Rosen erfrieren nicht, sie vertrocknen.“

Für den Wald gibt Experte Johann Koch vom Bayerischen Bauernverband Entwarnung: „Der hält das gut aus.“ Weil die Bäume derzeit nicht in der Vegetationsphase sind, brauchen sie nicht viel Flüssigkeit. Ein größeres Problem ist allerdings die erhöhte Waldbrandgefahr in den Bergen. Erst kürzlich hatte ein mehrtägiges Feuer in der Nähe der Klarer Hochalm bei Bayrischzell die Feuerwehr auf Trab gehalten.

Regen oder Schnee sind weiter nicht in Sicht. „Das trockene Wetter wird sich im überschaubaren Zeitraum bis Mitte nächster Woche nicht wesentlich verändern“, sagt Wetter-Experte Volker Wünsche. Bei andauerndem Nebel werden tagsüber 2 Grad, bei Sonne um 10 Grad erwartet. Nachts falle die Temperatur in klaren Gebieten in den Frostbereich, teilweise unter minus 5 Grad.

Patrick Wehner / Carina Lechner

Die meistgestellten Wetterfragen

Wetterfragen beschäftigen die Menschen seit eh und je. Zu ihrem 15-jährigen Geburtstag hat die Internetseite Donnerwetter.de jetzt die 15 meistgestellten Wetterfragen zusammengestellt. Geschäftsführer Michael Klein hat im Gespräch mit unserer Zeitung bereits eine kleine Auswahl beantwortet.

-Wie stehen in diesem Jahr die Chancen auf weiße Weihnachten?

Mehr als einen Monat im Voraus können die Experten nicht genau sagen, wie das Wetter sein wird, sondern nur statistische Prognosen stellen. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit für Schnee am 24. Dezember allerdings höher als normal. Denn ein milder Oktober hat meist einen kälteren Winter zur Folge.

-Treffen Bauernregeln wirklich zu, oder sind sie nur alte Reime?

Auch wenn sie teilweise aus dem Mittelalter stammen, haben manche Bauernregel eine erstaunlich hohe Trefferquote. Die Siebenschläferregel ist eines dieser Beispiele. Bei gutem Wetter am Siebenschläfertag (27. Juni) besteht statistisch gesehen eine 70-prozentige Wahrscheinlichkeit für gutes Wetter in den folgenden Wochen.

-Kann das Wetter wirklich Kopfschmerzen verursachen?

Die Antwort lautet „Ja“. Die Experten sind sich aber nicht sicher, wie sich das Wetter genau auswirkt. Elektromagnetische Schwingungen, die durch Reibung von Luftmassen entstehen, und Luftdruckschwankungen sollen Schuld sein.

-Wer denkt sich die komischen Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete aus?

Die Namen werden seit 2002 vom Institut für Meteorologie der FU Berlin über das Internet auf www.wetterpate.de verkauft. Ein Hoch kostet 299 Euro, ein Tief 199 Euro.

ang

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