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Die anhaltende Trockenheit hat gravierende Folgen: Die Grundwasserspiegel sinken, Reservesysteme wie oben der Brombachsee müssen angezapft werden.

Wetter

Der Sonnen-Herbst sorgt für Wasser-Not

Nürnberg - Warme Temperaturen, Sonne satt und eine grandiose Fernsicht: Dieser Herbst ist für alle, die gerne in den Bergen sind oder im Biergarten, ein Volltreffer. Die Kehrseite des Sonnen-Herbstes: Im Norden Bayerns sinkt aufgrund der Trockenheit der Grundwasserspiegel rapide – ein Negativ-Rekord.

Wer dieser Tage Zeit hatte, in die Berge zu gehen, der wurde gleich mehrfach belohnt: mit blauen Himmel, T-Shirt-Temperaturen und einer wunderbaren Aussicht. Aber auch die Daheimgebliebenen konnten den Frühling im November genießen. In den Biergärten herrschte, sofern sie denn offen hatten, gestern wieder Hochbetrieb. Auf bis zu 19 Grad stieg das Thermometer.

Doch der Sonnen-Herbst hat auch seine Schattenseiten, und diese sind derzeit besonders im Norden Bayerns zu spüren. Die Trockenheit im Herbst, die sich beinahe nahtlos an die Sommerhitze anschloss, setzt den Flüssen, Bächen und auch dem Grundwasserspiegel zu. „Viele Fließgewässer führen für diese Jahreszeit ungewöhnlich wenig Wasser“, sagt Thomas Keller, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Ansbach. „In unserem Einzugsbereich fehlt es seit Monaten an größeren Niederschlägen.“ Nach Kellers Erkenntnissen erlebt Nordbayern gemessen an den Niederschlägen derzeit das trockenste Jahr seit 1946.

"Grundwasserstände sind nach unten gegangen"

Das führt auch in Nürnberg zu Problemen. „Die schwierige Situation ist inzwischen auch am Grundwassespiegel abzulesen“, sagt der dortige Chef des Wasserwirtschaftsamtes, Ulrich Fitzthum. „Die Grundwasserstände sind nach unten gegangen.“ Betroffen seien allerdings vorerst nur die oberen Grundwasserstockwerke, so dass die Trinkwasserversorgung davon nicht betroffen sei.

Zunehmend Probleme gebe es dagegen oberflächennahen Quellen. „Diese sind immer weniger ergiebig, einige liefern fast gar kein Wasser mehr“, so Fitzthum. „Das zeigt sich auch immer deutliche an den Fließgewässern in Nordbayern.“ Grund hierfür sind nach Fitzthum jedoch nicht nur der trockene Sommer und der bisher regenarme Herbst in diesem Jahr. „Uns fehlen die feuchten Winter“, so der Behördenchef. „Wir hatten in den vergangenen Jahren zu wenig Schnee.“

Erste Notsituation im Bayerischen Wald

Entspannt ist die Lage in Nordbayern laut Behörden nur an den Mainzuflüssen Regnitz und Rednitz. Beide Flüsse führten Normalwasser, sagt Keller vom Ansbacher Wasserwirtschaftsamt aber auch nur dank des über den Main-Donau-Kanal geleiteteten Donauwassers.

Seit dem Sommer werden täglich große Menge Wasser aus den Zwischenspeicher Rothsee in die Rednitz abgelassen.

Der trockene Sommer und Herbst sowie zwei schneearme Winter haben im Bayerischen Wald zu ersten Notsituationen geführt. Seit gut sechs Wochen versorgen Tankfahrzeuge die rund 400 Einwohner des Wintersportorts Mitterfirmiansreut mit Trinkwasser. Auch einige Stadtteile von Viechtach sind auf die externe Versorgung angewiesen. Die Gemeinde Sonnen im Landkreis Passau bekommt per Rohrleitung zusätzliches Wasser aus dem Nachbarort Hauzenberg.

Betroffen von der Wasserknappheit sind nach Behördenangaben vor allem Dörfer, die nicht an die Trinkwassertalsperre in Frauenau angeschlossen sind, sondern ihre Versorgung aus eigenen Quellen organisieren.   

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lby/oss

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