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Und jetzt kommt der Schnee: Hinterm Bogenberg mit der Kirche Sankt Maria Himmelfahrt kann man vom Bayerischen Wald aus die Alpen erkennen. Der Winter naht.

Kältefans jubeln

Minus zwölf Grad: Der Winter kommt 

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München - Der Herbst hat sich verabschiedet. Nun kommt der Winter nach Bayern. Zeit also, um sich zu freuen auf die gemütlichste aller Jahreszeiten. Oder etwa nicht?

Mächtig viel Wirbel ist am Freitagvormittag in der Münchner Zentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gewesen. Wer anruft, um zu erfahren, wie das Wetter am Wochenende wird, braucht Geduld. „Sorry, schlechter Zeitpunkt. Gerade haben wir Unwetter in Südbayern. Bleiben Sie in der Leitung“, würgt ein Sprecher ab. Dann zwischen zwei Unwetter-Besprechungen nimmt sich DWD-Meteorologe Paul Brüser kurz Zeit für ein Gespräch, obwohl er, wie er sagt, eigentlich keine Zeit habe. Viel los sei momentan beim DWD. „Dauerregen in Südbayern, stellenweise mehr als 50 Liter pro Quadratmeter. Jetzt mussten wir schnell Unwetterwarnungen rausgeben“, erklärt er. Also gleich zur Sache: Ob denn jetzt der Winter kommt, will man wissen. Brüser sagt: „Naja, dass es Mitte/Ende November schneit, ist normal.“

Dass es Ende November schneit, ist normal

In München und anderen bayerischen Städten saßen die Menschen unter der Woche noch bei gefühlten 20 Grad draußen vor den Cafés. Und so mancher Biergartenbetreiber hat vielleicht überlegt, ob er nun die Bierbänke wieder aufstellen soll. „Martinisommer“, so las man in Zeitungen und auf Wetterportalen, nenne man den milden Herbst Ende November. Einige Meteorologen sprachen sogar schon vom wärmsten November aller Zeiten. 

Der Winter kommt mit Karacho

Von wegen. Der Winter kommt, und das mit Karacho. Rund einen Monat vor Weihnachten stürzen die Temperaturen im Freistaat in den Keller. Laut DWD strömt kalte Luft aus Nordeuropa nach Bayern. Die Höchstwerte liegen am heutigen Samstag zwischen zwei und acht Grad Celsius. In der Nacht auf Samstag sinkt die Temperatur auf Minus vier Grad Celsius. Und es soll noch kälter werden. In der Nacht zum Dienstag prognostiziert der DWD Minus zwölf Grad Celsius im Oberallgäu. Gleichzeitig pendelt sich die Schneefallgrenze im Laufe des Wochenendes ein zwischen 300 und 400 Meter. Da ist er also, der Wintereinbruch. 

Der Herbst verabschiedet sich mit Dauerregen und Sturmböen

Der Herbst verabschiedete sich am Freitag mit Dauerregen und mächtigen Sturmböen. Vor allem in Südbayern war der Wetterumbruch zu spüren. Hier wehten zum Teil heftige Sturmböen. Im Allgäu ergossen sich stellenweise mehr als 50 Liter Wasser pro Quadratmeter. Der DWD sprach daher vielerorts vorsorglich Unwetterwarnungen aus. Ein richtiges Sauwetter eben. 

Und nun beginnt also die gemütlichste aller Jahreszeiten, die Zeit des Eisstockschießens, Skifahrens und der Christkindlmärkte? Man kann man ja vortrefflich streiten über das Wetter. Während Wintersportler und Kältefans jubeln, dürften Landschaftsgärtner und Baustellenbetreiber genervt sein. Gleichwohl überwiegt in der Baubranche die Freude, dank des milden Herbstes noch viel geschafft zu haben, wie zum Beispiel auf der Baustelle der neuen Seilbahn zur Zugspitze. Oft liegt auf dem Gipfel im November schon Schnee. Doch dieses Jahr gab es kaum Niederschlag. „Der Herbst hat uns in die Karten gespielt“, sagte ein Sprecher der Zugspitzbahn. Mittlerweile werden am Gipfel die Fundamente winterfest gemacht. Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten fortgesetzt werden. 

Und Weihnachten?

Alles wunderbar also. Fehlt nur noch, dass es an Weihnachten schneit und nicht wie in den vergangenen Jahren frühlingshaft warm wird. Paul Brüser will bei diesem Thema lieber keine falschen Hoffnungen wecken: Er sagt: Prognose, unmöglich.

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