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Die ersten Palmkätzchen beginnen bereits zu blühen, wie hier vor Schloss Blutenburg in München.

Wetter: Milde Temperaturen haben Konsequenzen

München - Rekordverdächtige Temperaturen locken bereits die ersten Blüten hervor. Welche Auswirkung hat das ungewöhnliche Klima eigentlich auf unsere Natur?

Vorneweg: Am Freitag ist Schluss mit den Frühlingsgefühlen im Freistaat. „Dann nimmt der Winter einen Versuch, Fuss zu fassen. Bis dahin bleibt es immer noch recht mild“, sagt Volker Wünsche, Chef-Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in München. Auch im Flachland könne es dann Schneeschauer und Glätte geben. Im Alpenraum werden jedoch starke Schneefälle erwartet.

So wird das Wetter in Ihrer Region

Bislang hat das warme Wetter jedenfalls Spuren hinterlassen: Krokusse blühen, Rosen sprießen. Nach Auskunft der agrarmeteorologischen Beratungsstelle in Weihenstephan ist das für die Fauna aber kein Problem. Selbst wenn es in ein paar Tagen Frost gibt, könne das den Pflanzen nichts anhaben; die Blütenköpfe sterben auch dann nicht ab. Bei Rosen allerdings empfehle sich, sie mit Stroh einzudecken. Auch für die Insektenwelt sind die hohen Temperaturen kein Problem. „Unsere Arten sind gut angepasst, die lassen sich von ein paar Sonnenstrahlen nicht aus ihrer Deckung hervorlocken“, weiß Ernst-Gerhard Burmeister, der die Zoologische Staatssammlung in München leitet. Prinzipiell sind warme Temperaturen um diese Jahreszeit für Insekten aber eher schlecht, da etwa Bakterien bessere Wachstumsbedingungen vorfinden und Insekten attackieren könnten.

Auf die Pilze wiederum haben die milden Temperaturen sehr wohl Einfluss. „Der Winter ist wie ein verlängerter Herbst“, sagt Hans Halbwachs von der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft. „Die Pilze fruchten immer noch.“ Die Plusgrade locken vor allem Wiesenpilze hervor.

Beim Bayerischen Bauernverband (BBV) ist man ebenfalls gelassen. Bislang sieht auf den Feldern alles optimal aus, „der Boden ist gut genährt mit Wasser“, sagt eine Sprecherin des BBV. Es könnte allerdings sein, dass durch einen milden Winter weniger Schädlinge absterben. Ansonsten gelte die gute alte Bauernregel: „Wenn’s im Neujahr Regen gibt, oft um Ostern Schnee nachstiebt.“

von Patrick Wehner und Eva Dobler

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