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Wetter-Kapriolen am Wochenende: Auf dem Ammersee freuten sich Surfer über Wärme und starken Wind.

Temperatur-Rekord, Stürme und Überflutungen

Surfen oder Skifahren? Darum spielt das Wetter verrückt

München - Frühlingshafte Temperaturen, Schnee, Hagel und Starkregen: Es gab kaum eine Facette, die das Wetter an diesem Wochenende nicht gezeigt hätte, inklusive eines Temperaturrekordes.

Noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor mehr als 100 Jahren war es in einem Januar in Deutschland so warm wie am Samstag: Sage und schreibe 20,5 Grad wurden an der Wetterstation in Piding (Kreis Berchtesgadener Land) gemessen. Der bisherige Rekord, ebenfalls aus Piding, lag bei 19,5 Grad und stammt aus dem Jahr 2007. Und so gingen die Menschen in Berchtesgaden am Samstagmittag in T-Shirts zum Einkaufen, beobachteten das Schmelzwasser aus vormals üppigen Schneemengen, das in Bächen über die Straßen rann, und genossen den Frühlingstag mitten im Winter.

„Es sind an diesem Samstag in ganz Deutschland Rekorde gefallen“, sagte Lars Kirchhübel, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD), unserer Zeitung. „Sehr viele Messstationen haben so hohe Werte wie nie gemeldet.“ Etwa Rosenheim mit 19,5 Grad oder Garmisch-Partenkirchen mit 19 Grad.

Grund für die Rekordwerte

Grund für die Rekordwerte war das Orkantief „Elon“, das subtropische Luftmassen mit sich brachte. Insgesamt wüteten „Elon“ und der nachfolgende Sturm „Felix“ im Freistaat jedoch weniger schlimm als befürchtet. Bäume wurden entwurzelt, Baugerüste umgeworfen, Dächer abgedeckt und parkende Autos beschädigt. Größere Schäden blieben aber aus, niemand wurde ernsthaft verletzt. Betroffen von direkten Sturmschäden war in Bayern vor allem das Allgäu: In Buchloe wurde eine Blechhütte auf eine Straße geweht, zahlreiche Bäume stürzten um. Mehrere Straßen waren für Stunden blockiert.

Auch die Bahnreisenden bekamen die Folgen des Sturms zu spüren. Drei Strecken waren zeitweise gesperrt: Südlich von München hatte der Sturm eine Oberleitung beschädigt, die S-Bahn-Strecke zwischen Wolfratshausen und Schäftlarn war gesperrt. Nördlich von Bamberg und zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte behinderten umgestürzte Bäume den Zugverkehr. In einigen Skigebieten blieb am Wochenende der Betrieb eingestellt, so etwa auf der Zugspitze, Garmisch-Classics und im Spitzinggebiet. Der Betrieb der Bergbahnen und Skilifte sei bei den starken Windgeschwindigkeiten zu gefährlich, sagte eine Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn. Nach Angaben des DWD hatten in der Nacht zum Samstag die Böen auf der Zugspitze bis zu 160 km/h erreicht. Schon bei 120 km/h sprechen Meteorologen von Orkanböen.

In Nord- und Ostbayern hatten die Menschen mit Überschwemmungen zu kämpfen. Tauwetter und starke Niederschläge ließen vielerorts wie etwa in Zwiesel oder Bad Kötzting Flüsse über die Ufer treten.

Am Sonntag war das Frühjahrs-Intermezzo bereits vorbei

Am Sonntag war das Frühjahrs-Intermezzo bereits vorbei, es kehrte mit teils heftigem Schneefall der Winter zurück. Und genauso wechselhaft soll es die nächsten Tage weitergehen, „wie in einer Achterbahnfahrt“, sagt Meteorologe Kirchhübel. Bedeutet: Es wird kalt, dann wieder warm und immer wieder ist mit heftigen Stürmen zu rechnen.

Ungewöhnlich findet das Kirchhübel dennoch nicht. „Die Wetterlage ist eigentlich typisch“, sagt er, „Anfang der 90er-Jahre hatten wir mehrere Winter, die so ähnlich waren. Aber daran erinnert sich jetzt kaum einer mehr.“

Apropos Winter: Sehr viel Schnee wird in den kommenden Tagen laut Kirchhübel nicht fallen.

Beatrice Ossberger

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