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Sommer, wie er früher einmal war – das wünschen sich momentan viele Menschen in Bayern. Doch zumindest die nächsten Tage wird der Regenschirm noch ein fester Begleiter bleiben – nicht nur für dieses Mädchen auf dem Heuballen.

Sommer unterm Regenschirm

Das sind die Gewinner und Verlierer des Dauerregens

München – Wie Sommeranfang fühlt es sich nicht an – und das wird sich zumindest bis Ende der Woche erstmal nicht ändern. Freibäder bleiben leer, Erdbeeren wachsen nicht so schnell wie sie sollten. Doch es gibt auch den einen oder anderen in Bayern, der von dem Regenwetter profitiert.

Die Sommermode findet noch nicht so recht Anklang. Grillartikel verkaufen sich schlecht, ebenso Pflanzen und Gartenzubehör. Der Handel leidet unter dem schlechten Wetter in diesem Sommer, sagt Bernd Ohlmann, Sprecher des Bayerischen Handelsverbands. Ausnahmen gibt es aber natürlich: Einige Straßenhändler nutzen die Nässe gezielt für den Verkauf von Regenschirmen und machen damit Gewinn. „Ausschläge von 30 bis 35 Prozent rauf und runter sind ganz normal“, sagt Willi Neuking vom Regenschirmhersteller Dr. Neuser in Regensburg.

Die Gewinner und Verlierer des verregneten Junis:

Kinos und Bowlinghallen

Ingrid Breul freut sich, wenn es tagelang regnet. Allerdings rein beruflich. Denn sie ist Sprecherin von Cinemaxx. Wenn der Biergarten-Ausflug ins Wasser fällt, profitieren die Kinos davon, sagt sie. Michael Riedlberger, der Leiter des Cineplex Germering (Kreis Fürstenfeldbruck) gibt ihr Recht: „Schlechtes Wetter ist für uns grundsätzlich gutes Wetter, weil mehr Besucher kommen.“ Entscheidend sei aber vor allem das Filmangebot, betont er.

Auch den Bowlingcentern spielt das Wetter in die Karten. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mir einmal schlechtes Wetter wünsche“, sagt Susann Behling, die Sprecherin der Bowling World in Nürnberg. Der Andrang sei im Moment riesengroß, wer nicht reserviert hat, hat schlechte Aussichten.

Erdbeer-Bauern

Viele Erdbeer-Bauern in Bayern fürchten Einbußen bei der Ernte. Besonders in Lindau klagen sie über die Nässe, durch die sich die Reife verzögert. Außerdem sind die Erdbeeren sehr wasserreich und ziemlich weich. Durch die Nässe kann die feine Haut der Erdbeeren schneller faulen. Ganz anders hingegen sieht es in Unterfranken aus. Dort ist es eher trocken. In den vergangenen Jahren sogar so trocken, dass die Bauern ihre Felder bewässern mussten, sagt Stefanie Härtel vom Bayerischen Bauernverband. Diesmal nicht. Auch die oberbayerischen Felder sind erntereif. „Unsere Erdbeeren schauen gut aus“, sagt Erdbeer- und Spargelbauer Manfred Wolf aus Ebersried (Kreis Dachau), der im Raum Fürstenfeldbruck eine ganze Reihe von Feldern zum Selbstpflücken besitzt. Er hat ein ganz anderes Problem: Der Regen hält die Kunden vom Pflücken ab.

Landwirte

Probleme hat der Dauerregen den Landwirten beschert, die Wintergerste anbauen. Viele Jungpflanzen sind geknickt, die Ernte dürfte schlecht ausfallen. Bei Mais und anderen Saaten schadet der Regen – sofern der Niederschlag nicht den Boden abgetragen hat – indes nicht. „Die Ernteerwartungen insgesamt sind im Soll“, sagt Bauernverband-Sprecherin Härtel. „Für einen Alarmruf besteht kein Anlass.“ Die gute Ernte frühreifer Sorten werde den gesamten Ertrag ausgleichen.

Freibäder

Wasser von oben will niemand im Freibad. Die Besucherzahlen könnten besser sein, betont Stephan Heidig, der Leiter der Abteilung Bäder bei den Stadtwerken Rosenheim. Den Freibad-Betreibern bleibt nichts anderes übrig, als auf Sonnentage zu hoffen – und bis dahin auf die Sportschwimmer zu setzen. „Denn die lassen sich auch vom schlechten Wetter nicht abschrecken“, sagt Heidig.

Barbara Kern, Leiterin der Bäder-Abteilung bei den Stadtwerken Dachau, ist nicht ganz so optimistisch: „Wir können die Regenphase kaum noch aufholen“, sagt sie. „Es müsste schon zwei Monate sehr heiß sein.“

Einige Badegäste weichen auf Hallenbad oder Sauna aus. „Wir spüren schon, dass bei schlechtem Wetter mehr Menschen kommen als bei gutem“, sagt Stefan Holetz von der Therme Erding.

Pilzsammler

Schwammerl-Sucher beobachten den Dauerregen vermutlich bereits mit einem Lächeln der Vorfreude. „Das Wetter fördert das Pilzwachstum“, sagt Rainer Reichel von der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft. Er geht davon aus, dass einige Pilze heuer bereits früher und häufiger als sonst aus dem Boden sprießen werden. „Warme Tage und nasse Nächte wären ideal“, sagt Schwammerl-Experte Reichel.

Zumindest für Schwammerl-Sammler dürfte also der Wetterbericht für die kommenden Tage keine allzu schlechte Nachricht sein. Mindestens bis zum Wochenende gibt es in Bayern weiterhin viele Schauer und Gewitter. Zu allem Überfluss wird es ab Donnerstag auch kühler werden. Sommerwetter ist also leider immer noch nicht in Sicht. 

asc/dw/kwo/lby

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