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Storchen-Babys.

Das Wetter ist der größte Feind der Baby-Störche

München/Markt Schwaben - Der größte Feind ist das Wetter. 16 Storchenpaare in Oberbayern haben heuer Nachwuchs bekommen – und in dieser Woche wird er von Kälte und heftigen Regenschauern bedroht.

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Storchen-Babys im Kloster

Die Kindergartenkinder in Markt Schwaben (Kreis Ebersberg) sind mit drei jungen Störchen Auge in Auge. Auf dem Kamin ihrer Vorschule hat sich ein Storchenpaar niedergelassen, und die Kinderstube aus Reisigzweigen ist voll besetzt. Drei Junge krächzen seit gut einem Monat vom Dach – und auch im Treppenhaus des Kindergartens. Dort hat Horstbetreuer Richard Straub einen Monitor installiert. Eine Kamera am Nest lässt sich keinen Schritt der Jungvögel entgehen. „Das Treppenhaus in der Vorschule wird regelmäßig zur Tribüne“, sagt Straub schmunzelnd.

Das Storchenpaar in Markt Schwaben ist eines von 16 in Oberbayern, das heuer Nachwuchs bekommen hat. Das ist relativ wenig im Vergleich zum Norden Deutschlands, wo Tausende gebrütet haben. Doch dort klagt man heuer über viele leere Nester. Verantwortlich gemacht wird der extreme Regen, der für die Jungen tödlich war. Das daunige Federkleid konnte sie vor Nässe und Kälte noch nicht ausreichend schützen, sagt Anne Schneider vom Landesbund für Vogelschutz. Auch in Bayern machen die relativ häufigen Niederschläge den Störchen das Leben schwer. Der Lebensraum sei hier normalerweise nicht so optimal wie im Norden, erklärt Schneider. An der Elbe beispielsweise sei zudem die Nahrungsgrundlage besser.

Im Markt Schwabener Nest waren es am Anfang fünf Jungen. „Einer ist wohl bei einem Hagelschauer Anfang Juni eingegangen“, vermutet Straub. Der andere – ein Nachzügler – war auf einmal verschwunden. Laut Straub ist es möglich, dass er von den Störchen gefressen wurde. Der Horstbetreuer nennt es lieber „wiederverwerten“ – weil die Tiere Aasfresser sind und das eine richtige und normale Reaktion sei. Trotzdem sind drei überlebende Jungstörche für ihn eine gute Bilanz. Zwei Jungen braucht man zur Bestandserhaltung, heißt es. Der „Rekord“ in Markt Schwaben liegt bei vier Jungen.

„Die meisten Jungen sind inzwischen aus dem Gröbsten raus“, erklärt Schneider – Kälte und Nässe können ihnen nicht mehr viel anhaben. Auch Straub hat um seine drei jungen Weißstörche keine Angst: „Sie haben kaum noch Daunen. Der Regen perlt von ihren Federn ab.“

Ausfälle im Storchennest seien außerdem ganz normal, sagt Schneider. Es liege in der Natur der Störche, mehr Eier auszubrüten „als Junge durchkommen“. Zwar seien heuer schon einige Jungstörche gestorben, vielleicht auch mehr als im vergangenen Jahr. Aber „die Situation ist noch nicht so dramatisch“. Bisher gebe es in Oberbayern kaum ein Nest, in dem alle Jungen gestorben sind.

Von Regina Kaindl

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