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Weiß, grün, trüb: In diesem Winter hatten Sportler nur wenig Spaß. Die Temperaturen waren überdurchschnittlich mild – der Schnee hatte in niederen Lagen wie hier im Bayerischen Wald kaum eine Chance.  

Reichlich Neuschnee angesagt

Zum Frühlingsbeginn: Ein bisschen Winter

München - Winter – ähm, welcher Winter? In Deutschland haben manche Pflanzen durchgeblüht, es gab wenig Frost und viel Sonne. Die Wintermonate waren unterm Strich viel zu warm. Am Dienstag beginnt der meteorologische Frühling – mit heftigem Schneefall.

Winter – ähm, welcher Winter? In Deutschland haben manche Pflanzen durchgeblüht, es gab wenig Frost und viel Sonne. Die Wintermonate waren unterm Strich viel zu warm. Am Dienstag beginnt der meteorologische Frühling – mit heftigem Schneefall.

München – Schneeglöcken blühen seit Dezember, Haselnusssträucher schlagen aus und die Störche, die sind eh schon seit Wochen wieder zurück. Heute beginnt, meteorologisch gesehen, der Frühling und so mancher im Freistaat reibt sich verdutzt die Augen: Kann das Winter gewesen sein? Aber sicher – halt bloß ein extrem warmer.

Der Dezember stellte sogar einen Wärmerekord auf. In Deutschland lag die Durchschnittstemperatur laut Deutschem Wetterdienst (DWD) um 5,6 Grad über dem Jahresmittel – das ist der Durchschnittswert aller Dezembermonate zwischen 1961 und 1990. München lag sogar noch drüber. Hier war es 5,7 Grad wärmer als gewöhnlich. Weil auch Januar und Februar sehr mild waren, zählt der vergangene Winter zu den fünf wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881: Er war 3,5 Grad zu warm.

Viele Pflanzen haben laut Experten keine Pause eingelegt

Wer den Winter mag und im Freistaat lebt, muss übrigens noch dankbar sein. Denn unter allen Bundesländern war Bayern das kälteste – mit einer Durchschnittstemperatur von 2,7 Grad in den Monaten Dezember bis Februar. Irre, was?

Wie irre, das zeigen zwei weitere Bayern-Zahlen des Wetterdiensts. In Oberstdorf hatte es am 18. Januar minus 23,5 Grad, kälter war es im vergangenen Winter sonst nirgends in Deutschland. Gut einen Monat später, am 22. Februar, stieg das Thermometer in Piding (Kreis Berchtesgadener Land) auf 20 Grad. Wärmer war es deutschlandweit nirgends in den Wintermonaten. Ein Monat, satte 42 Grad Unterschied. Freistaat der Extreme.

Die Pflanzenwelt lässt sich davon kaum beeindrucken – sie ist der üblichen Blütezeit einfach drei Wochen voraus. Viele Pflanzen hätten nicht mal eine Pause eingelegt, sagt DWD-Expertin Anja Engels. Manche Wiesen waren den ganzen Winter über grün, Gänseblümchen haben mancherorts durchgeblüht. Schon am 15. Dezember startete der DWD seinen Pollenwarndienst, so früh wie nie. Pollen der Haselsträucher flogen – gewöhnlich tun sie das erst im Januar oder Februar.

Wird es in Zukunft noch richtig kalte Winter geben?

Dass die Winter-Temperaturen steigen, registrieren Forscher schon seit den 1970er-Jahren. „Natürlich gibt es immer Schwankungen“, sagt Volker Wünsche vom Wetterdienst. „Aber die Temperatur wird vermutlich steigen und die Schneefallgrenze auch.“ Einer seiner Kollegen hält es sogar für möglich, dass „unsere Kinder und Enkel vielleicht gar keinen richtig bärig kalten Winter mehr erleben“. Wobei frostige Perioden auch weiterhin vorkommen können.

Wegen der Wärme sah es in diesem Winter auch in Sachen Schnee schlecht aus. Im Januar gab es ein paar Tage mit einer stabilen Schneedecke. Selbst in den Hochlagen musste meist mit Kunstschnee nachgeholfen werden. Im rekordmilden Dezember schmolz sogar auf der 2962 Meter hohen Zugspitze der Schnee in der Sonne.

Gut, dass jetzt der Frühling beginnt. Oder wie? DWD-Experte Wünsche hat eher mäßige Nachrichten für die kommenden Tage. Heute Morgen wird im Raum München nochmal richtig viel Schnee vom Himmel fallen, bis zu zehn Zentimeter, während das Thermometer maximal drei Grad anzeigt. Ab Mittwoch bleibt es dann erstmal unbeständig, einiger Regen, wenig Sonne, höchstens sieben Grad.

Sieht so aus, als sei der Frühling wie der Winter: nicht er selbst. 

lby/mmä

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