Blitz-Sommer in München und Bayern

Heute bis 26 Grad - dann Temperatursturz

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München - Frühjahrsmüdigkeit, Zeitumstellung, Wetterkapriolen: Die letzten Märztage haben es in sich. Meteorologen sagen für Donnerstag einen Frühsommertag und für die Nacht auf Freitag einen deutlichen Temperatursturz voraus.

Heute ist der Tag der Woche: Strahlender Sonnenschein und Temperaturen um die 24 Grad in München. Im Chiemgau sollen die Thermometer sogar bis zu 26 Grad anzeigen, wie der Meteorologe Dominik Smieskol vom Deutschen Wetterdienst (DWD) berichtet. Wer kann, sollte heute raus ins Freie. Auf den Berg, an den See oder vielleicht zum Picknicken ins Grüne? Denn schon morgen soll es wieder frischer werden. „Stellenweise kühlt es auf bis zu acht Grad ab“, sagt Smieskol.

Hinter diesen Temperaturschwankungen steckt ein gerade übers Land wehender Südwestwind – der ist eher ungewöhnlich für Deutschland. Dieser Strom bringt warme Luft vom Mittelmeer nach Bayern und sorgt für die frühlingshaften Temperaturen. Der Föhn verstärkt das Ganze. So erreichen die Temperaturen heute vielleicht sogar Rekordwert. Seit Ende des 19. Jahrhunderts haben die Münchner Wetterstationen im März nie mehr als 24 Grad aufgezeichnet. „Dieser Rekord könnte vielleicht gebrochen werden“, sagt Smieskol.

In der Nacht auf morgen bricht der Föhn allerdings wieder zusammen, und es kühlt deutlich ab. Um die 15 Grad soll es in München haben, in Oberfranken nur noch unter zehn Grad.

Schwere Zeiten für wetterfühlige Menschen

Anstrengend ist das vor allem für wetterfühlige Menschen. Das sind 30 bis 50 Prozent der Bevölkerung, wie die medizinische Klimatologin Professor Angela Schuh berichtet. Sie arbeitet am Lehrstuhl für Public Health (IBE) der LMU München. Wetterfühlig sind sehr sensible Personen, generell mehr Frauen als Männer und vor allem Menschen im mittleren Alter. Sie fühlen sich nach sprunghaften Temperaturwechseln müde, gereizt und haben Kopfweh.

Schuld daran seien unzureichend trainierte Blutgefäße. „Das heißt im Volksmund, man ist nicht richtig abgehärtet“, erklärt Schuh. Sie kennt aber ein paar Tricks, um das zu ändern. Wechselduschen, Saunagänge oder einen Sprung ins kalte Wasser zum Beispiel. Wer das über einen längeren Zeitraum macht, kann sich die Wetterfühligkeit „abtrainieren“.

Sensiblen Menschen, die jetzt schon wissen, dass sie morgen wieder unter Kopfschmerzen und schlechter Laune leiden, empfiehlt die Expertin: „Viel Ruhe und wenig Anstrengung.“ Zumal der Körper um diese Jahreszeit sowieso gestresster ist als sonst. Im Frühling fühlen wir uns oft müde, schlapp und antriebslos. Man spricht von der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit.

Zeitumstellung: Körper braucht bis zu 14 Tage, um sich umzustellen

Woher die kommt, ist nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich liegt es aber am Wechsel der Jahreszeiten. Der Körper braucht dann erstmal eine gewisse Zeit, um die innere Uhr umzustellen. Zudem haben viele noch an der Zeitumstellung zu knabbern. Auch die habe Einfluss auf die Befindlichkeit: „Bis sich der Biorhythmus wieder einstellt, dauert es bis zu 14 Tage.“

Auch wer keine Beschwerden bei Wetterwechseln hat, sollte aufpassen. Der Münchner Allgemeinmediziner Nikolaus Frühwein hat nach solchen Umschwüngen oft eine vollere Praxis. Denn: „In dieser Zeit erkälten sich viele.“ Der Grund dafür ist banal. „Die Leute ziehen sich luftig an, auch wenn es bereits wieder kälter geworden ist.“

Außergewöhnlich sind die Wetterkapriolen aber nicht. Viel eher: eine typische Laune des Aprils. Denn Meteorologe Dominik Smieskol verrät: Auch im kommenden Monat geht das ständige Auf und Ab weiter. Bereits am Samstag soll es in Südbayern wieder über 20 Grad haben.

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Rubriklistenbild: © dpa

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