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Wetter: Sündenbock für schlechte Laune?

München - Schlechte Stimmung bei schlechtem Wetter? Stimmt nicht unbedingt, erklärt eine Psychologin. Manchmal muss das Wetter auch nur als Sündenbock für ohnehin üble Laune herhalten:

Zu nass, zu kalt, zu wenig Sonne: In diesem Sommer beklagen sich besonders viele Menschen über das Wetter. Doch vielleicht ist das nur vorgeschoben. Solche Leute hatten meist vorher schon schlechte Laune, sagt die Psychologin Margarita Engberding. Sie ist Leiterin der psychotherapeutischen Ambulanz an der Universität Münster.

So wird das Wetter: 25 Bauernregeln zum Durchklicken

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Im Interview erklärt Sie das Phänomen "schlechtes Wetter - schlechte Laune:

-Frau Engberding, warum verdirbt ein verregneter Sommer so vielen Menschen die Laune? Hängt unser Lebensglück am Wetter?

Wer friert schon gern? Und wer wird schon gerne nass? Es gibt den kurzfristigen Effekt, dass man sich über das Wetter ärgert. Dennoch sollte man mit Schlussfolgerungen vorsichtig sein. Es gibt dazu eine Studie: Jugendliche mussten ihre Stimmung angeben, und man hat das mit dem Wetter in Zusammenhang gesetzt. Dabei hat man herausgefunden, dass dieser Zusammenhang gar nicht so eng ist wie häufig vermutet. Insgesamt ist das Wetter einfach ein beliebter Grund, den man anführen kann, wenn man ohnehin schlechte Laune hat.

-Das Wetter ist also ein Sündenbock?

Genau, eine Art Sündenbock. Ich schreibe dann meine Antriebslosigkeit dem schlechten Wetter zu. Es gibt aber auch einen plausiblen Zusammenhang. Bei gutem Wetter sind die Möglichkeiten für Aktivitäten viel größer. Man ist unbeschwerter, wenn man nicht so viele Sachen anziehen muss. Wärme ist etwas Angenehmes, wenn es nicht zu heiß ist. Man hat auch mehr Möglichkeiten, unter Leute zu gehen. Wenn es kalt und unfreundlich ist, zieht man sich eher zurück.

-Warum reden Menschen überhaupt so gern über das Wetter?

Wetter ist für Smalltalk einfach ein guter Beginn. Man kann sagen: „So ein Mistwetter“ – und schon ist man im Gespräch. Das passt immer. Es ist im Grunde eine Situation, der wir alle ausgeliefert sind und zu der jeder etwas sagen kann.

-Aber wenn es denn so lange regnet wie in diesem Sommer: Kann das denn nicht den Leuten nach einigen Wochen auf das Gemüt schlagen?

Dass es dauerhaft die Stimmung stark beeinträchtigt, entspricht nicht meiner Erfahrung. Ich habe bisher nie einen Patienten gesehen, der gesagt hat: „Ich möchte, dass meine Stimmungsabhängigkeit vom Wetter behandelt wird.“

Interview: Christof Bock

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