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Seit Sonntagabend brennt der Falkenberg am Sylvenstein

Der Wetter-Wahnsinn

München - Wann hat es eigentlich das letzte Mal geregnet? Diese Frage stellen sich derzeit viele – und das mit gutem Grund: Fiel doch vielerorts seit fast fünf Wochen kein einziger Tropfen Regen.

Und die Wetterexperten bestätigen: Noch nie war es in einem November trockener als heuer! Die ungewöhnliche Herbstdürre – sie ist mittlerweile zu einer echten Gefahr geworden: durch Waldbrände und Wassermangel.

So brennt seit Sonntagabend der Falkenberg am Sylvenstein, die Löscharbeiten liefen gestern auf Hochtouren. Das Problem: Der Berg ist schwer zugänglich, es können teils nur Löschhubschrauber eingesetzt werden. Wie es zu dem Feuer kam, ist noch unklar. War es eine Zigarette? Auch in der Nähe von Füssen kam es gestern zu einem Waldbrand: Eine Fläche am Ziegelberg hatte Feuer gefangen. „Diese Trockenheit ist schon sehr ungewöhnlich – so greifen Flammen natürlich sofort auf andere Bäume über“, erklärt ein Einsatzleiter die Lage.

Die Dürre sorgt auch bei Meteorologen für Verwunderung: „Es ist wohl der trockenste November seit Beginn der Wetteraufzeichnung vor 100 Jahren“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Im ganzen November fielen nur 100 Milliliter Regen pro Quadratmeter. „Und das kam vom Nebel – und nicht als Niederschlag“, so der Experte. Der schlichte Grund ist ein Hochdruckgebiet, das sich über Bayern festgesetzt hat.

Der Wetterwahnsinn zieht sich durch das ganze Jahr. Schon im Frühjahr war es zu trocken, dafür im Sommer zu feucht: Im Juni fielen in München 194 Liter Regen pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In den vergangenen 20 Jahren fielen im Schnitt nur 116 Liter (siehe Grafik).

Und wann schneit’s endlich? „Momentan sieht es nicht danach aus, es ziehen weitere Hochdruckgebiete über den Freistaat. Einzig am Samstag soll es ein wenig regnen. Schnee ist nicht in Sicht. Dominik Jung sagt: „Die Skigebiete müssen heuer zittern.“

Das tun sie schon: Auf der Zugspitze wurde der Saisonauftakt für das kommende Wochenende abgeblasen: kein Schnee. Und auch in Tirol stehen noch fast alle Lifte still.

Wer derzeit einen Spaziergang an der Isar unternimmt, bekommt die Trockenheit direkt zu sehen. Die Reißende ist vielerorts nur eine Kieswüste – mit kleinem Rinnsal.

age/aw

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