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Hagel und Regengüsse prasseln auf die Maximilianstraße herunter – so sollte es laut Deutschem Wetterdienst auch am Mittwoch werden. Tatsächlich blieb die Stadt trocken und heiß.

Sonne statt Starkregen

Wetter-Warnungen: Wie kann man sich so täuschen?

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München - Und, was ist jetzt mit dem großen Unwetter? Seit Dienstag predigen die Meteorologen Gewitter herbei – und es passiert: nix. Kritiker glauben, den Grund für die unzuverlässigen Vorhersagen zu kennen.

Volker Wünsche ist ein Wetter-Prophet. Aber selbst die können sich irren. Der Mann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) hatte fest mit einem Gewitter über dem Großraum München gerechnet. Am Mittwoch sollte es kommen. Es sollte krachen, blitzen und donnern. Es sollte den durchgeschwitzten Hemden und Blusen der vergangenen Tage ein kühles Ende machen. Alle Berechnungen stimmten überein, die schwülwarme Luft ließ Wolkenberge wachsen. „Es gab keinen Grund, an den Vorhersagen zu zweifeln“, sagt Wünsche. Aber das Gewitter – es kam nicht.

Zur Ehrenrettung des Wetter-Propheten Wünsche muss man sagen: Die meisten seiner Kollegen waren derselben Meinung. Sie alle irrten, zumindest in Teilen. Im Alpenraum, gerade in Rosenheim und Traunstein, gewitterte es durchaus. „Aber das Unwetter hat den Weg bis zu uns nicht geschafft.“ Ein paar Wolken gab es zwar schon zu sehen, nur der Regen fehlte. Das, sagt, Wünsche, war schlicht nicht vorherzusehen. Eine Gewitterwolke sei halt in einem ständig sich verändernden Prozess.

Wenn der Experte Wünsche daran geht, den Vorhersage-Fehler zu erklären, fallen Worte wie Labilität und Stabilität, Luftenergie und Gewittertürme. Als Nicht-Meteorologe muss man das nicht im Detail verstehen.

So wird das Wetter in Ihrer Region

Vielleicht ist die Erklärung aber auch viel einfacher. Eberhard Reimer, der am Institut für Meteorologie in Berlin forscht, ist etwa der Meinung, vor Unwettern werde zu oft und zu schnell gewarnt – und das, obwohl Vorhersagen oft unpräzise seien. „Vor allem Schwerschauerprognosen sind sehr schwierig zu machen“, sagte er der „Berliner Zeitung“. Auch dass Warnungen oft pauschal für eine Region herausgegeben werden, hält er für falsch. „Starkregen sind häufig sehr punktuell und vorab schwer zu lokalisieren.“ Grundsätzlich gelte die Faustregel: Je kurzfristiger eine Vorhersage, desto präziser. Ob das kommende Wochenende kurzfristig genug ist? Wünsche will sich auf eine Gewitter-Prognose, ganz im Sinne Reimers, erstmal nicht einlassen. „Das kann man wieder schlecht sagen.“ Sicher gebe es, wie schon am Mittwoch, ein paar Schauer am Alpenrand, bis nach Garmisch-Partenkirchen. Aber im Großraum München, heißt es beim Wetterdienst, soll es weitgehend trocken bleiben.

Auch die Hitze der Pfingstwoche hat dann ein Ende, Samstag und Sonntag wird es nicht wärmer als 22 Grad. „Das ist für viele sicher eine willkommene Abwechslung“, sagt einer von Wünsches Kollegen. Der hofft seinerseits auf eines: ein ganz klein wenig Regen. Den gab es ja Freitagnacht wenigstens ein bißchen.

Marcus Mäckler

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