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Weihnachten mit Klappstuhl im Grünen: So könnten die Bayern kommende Woche die Feiertage verbringen. Laut Deutschem Wetterdienst ist kein Schnee in Sicht, dafür Temperaturen bis 13 Grad.

Das Wetter an den Festtagen

An Weihnachten keine Flocken, sondern Pollen

München - Mit weißer Weihnacht wird’s definitiv nichts: Das hat der Deutsche Wetterdienst bestätigt. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen ärgern nicht nur Schnee-Freunde, sondern auch Allergiker: Die ersten Pollen sind unterwegs.

Schnee auf den Bäumen und Feldern, Eiszapfen an den Dachrinnen: Nein, so wird’s kommende Woche nicht ausschauen. Weiße Weihnachten fallen definitiv flach. In Bayern herrscht an Heiligabend und den beiden Feiertagen dagegen eher Frühlingsatmosphäre – bei Temperaturen bis 13 Grad. „Es wird auf alle Fälle mild“, sagt Volker Wünsche, der Leiter der Münchner Niederlassung des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Schnee könne allenfalls oberhalb von 1500 Metern fallen. Doch auch das sei nicht sicher.

Wetter-Umschwung nicht in Sicht

Trotz der hohen Temperaturen – der Dezember ist bislang knapp fünf Grad wärmer als im Monatsdurchschnitt – wird die Sonne an Weihnachten eher selten durch die Wolken schauen. Allenfalls am Alpenrand. Auch für die Tage nach Weihnachten ist laut DWD kein Winter in Sicht. Grund dafür sind Tiefdruckgebiete über dem Nordatlantik, die dafür sorgen, dass milde Luft aus Südwesteuropa nach Bayern kommt.

Doppelt bitter könnten die Weihnachtstage für diejenigen Schnee-Romantiker werden, die an einer Haselnuss-Allergie leiden. Im Südwesten Deutschlands, in der Region um Freiburg, haben Allergiker bereits mit Pollenflug zu kämpfen. Egal, ob Fließschnupfen, Bindehautentzündung oder Asthma: „Wir hatten schon einige Anrufe von Leuten, die allergische Reaktionen zeigen“, sagt Dr. Christina Endler vom DWD in Freiburg. Der Pollenwarndienst des DWD habe zwar nur eine geringe Belastung festgestellt, an exponierten Standorten könne es aber zu einer Belastung für Allergiker kommen. Exponiert meint in diesem Fall Orte, an denen die Hasel der Sonneneinstrahlung stark ausgesetzt ist.

Allergiker müssen länger leiden

Normalerweise blüht die Hasel Mitte Februar, durch die hohen Temperaturen teils aber jetzt schon. Für Bayern gibt der DWD noch Entwarnung. Der Freistaat sei laut Pollenflug-Gefahrenindex in den kommenden Tagen nicht betroffen. „Die Hasel ist hier noch nicht so weit“, sagt auch Prof. Jeroen Buters vom Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM) in München.

Allerdings kann er sich vorstellen, dass durch den Wind in ein bis zwei Wochen Pollen aus dem Südwesten nach Bayern verteilt werden. Also sollte sich auch der bayerische Allergiker nicht wundern, wenn er demnächst mal niesen muss. Zumal es immer irgendwo einen Baum gebe, der in der Sonne steht und blüht, so Buters. „Wenn es keinen Schnee gibt“, sagt er, „wird’s hart für Allergiker. Aber da kann ich Entwarnung geben: Der Winter kommt immer.“ Klar sei aber auch: „Der Klimawandel verlängert die Leidenszeit von Allergikern.“

Schlechtes Wetter für Eisschwimmer

Übrigens: Das milde Wetter macht auch dem Eisschwimmer Peter Hücker, 58, aus Igendsdorf (Kreis Forchheim) zu schaffen. Er muss seinen für Sonntag geplanten Start für die Internationale Eismeile verschieben. Er will 1609 Meter, eine Meile, im Main-Donau-Kanal für eine Spendenaktion schwimmen. Das hätte er dem Regelwerk der International Ice Swimming Association zufolge aber bei einer Wassertemperatur von unter fünf Grad tun müssen. Hücker wäre erst der siebte Deutsche, der die Strecke erfolgreich zurücklegt.

Markus Schwarzkugler

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