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Im Winter setzt es häufiger mal einen Stromschlag.

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Kennen Sie das Knisterwetter? Was es mit dem Phänomen auf sich hat

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Haare stehen zu Berge, und fassen wir an den Türgriff, setzt’s einen Stromschlag: Verena Leyendecker, Diplom-Meteorologin und Redakteurin bei wetteronline.de, erklärt, was hinter dem Begriff Knisterwetter steckt.

Warum bekommen wir im Winter so häufig kleine elektrische Schläge verpasst?

Verena Leyendecker ist Meteorologin bei wetteronline.de.

Verena Leyendecker: Wir Menschen sind praktisch die ganze Zeit elektrostatisch aufgeladen – das passiert ganz schnell durch Reibung und ist auch dadurch zu sehen, wenn uns die Haare wortwörtlich zu Berge stehen. Unsere Ladung fließt in feuchter Luft von uns weg, weil Wasser ein guter Leiter ist. Bei der aktuellen Wetterlage haben wir sehr trockene Luft, da kann sie nicht richtig abfließen. Wir laden uns also immer weiter auf, bis die Ladung irgendwann so groß ist, dass sie sich mit einem kurzen elektrischen Schlag entlädt. Kurzzeitig baut sich dabei eine Spannung von mehreren 10.000 Volt auf. Deshalb nennen wir dieses trocken-kalte Wetter auch Knisterwetter.

Wann ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass es knistert?

Leyendecker: Das Risiko steigt und fällt mit der Tageszeit. An kalten Tagen ist die Wahrscheinlichkeit für Knisterwetter am Nachmittag höher als am Vormittag. Mit leicht ansteigenden Temperaturen nimmt der Feuchtigkeitsgehalt der Luft im Tagesverlauf ab und ist nachmittags am niedrigsten. Erst in der Nacht steigt er allmählich wieder an.

Wetterphänomen Knisterwetter: Sind diese Stromschläge gefährlich?

Sind diese Stromschläge gefährlich?

Leyendecker: Man merkt zwar, dass es unangenehm kribbelt, wenn man „eine gewischt bekommt“, aber das ist für niemanden gefährlich.

Gibt es Menschen, die anfälliger sind?

Leyendecker: Wie stark man betroffen ist, liegt auch an der Haut. Wenn man eine relativ feuchte Haut hat, kann man sich eher entladen, als wenn man trockene Haut hat. Wer trockene Haut hat, lädt sich auch schneller auf. Es hängt aber auch ganz oft von der Kleidung ab, die man trägt. Schuhe mit Gummisohle leiten zum Beispiel nicht gut – über Schuhe mit Ledersohle läuft die Ladung besser ab.

Kann man etwas dafür tun, dass man sich nicht zu sehr auflädt?

Leyendecker: In Innenräumen sollte man versuchen, die Luftfeuchtigkeit mit speziellen Befeuchtern zu erhöhen – wobei das gerade in größeren Räumen etwas schwieriger ist. Menschen mit trockener Haut kann es helfen, sich einzucremen. Wer bei der Kleidung auf Kunstfasern verzichtet, sorgt auch für weniger Ladung. Ebenfalls ein guter Tipp: Wer beim Aussteigen aus dem Auto den Stromschlag verhindern möchte, sollte die Karosserie mit einer Hand oder dem metallischen Autoschlüssel berühren, bevor er einen Fuß auf den Boden setzt.

Lesen Sie auch: In Bayern spielt momentan das Wetter komplett verrückt. Der DWD musste nun sogar eine sehr ungewöhnliche Warnung aussprechen, wie Merkur.de* berichtet.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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