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Der Andrang auf Skigebiete ist – wie hier an der Talstation der Stümpflingbahn am Spitzingsee – ungebrochen. Die Alpenvereine setzen sich in Bayern, Österreich und Südtirol gemeinsam gegen Zusammenschlüsse und Erweiterungen ein.

Kampagne: „Unsere Alpen – einfach schön“

Wettlauf um die Alpen: Die größten Sorgen bereitet der Skitourismus

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Mit einer Drei-Länder-Kampagne protestieren Alpenvereine gegen die weitere Erschließung der Berge. Der Skitourismus bereitet ihnen die größten Sorgen – auch wenn sie manche politische Beschlüsse hoffen lassen.

München – Das für sie schlimmste Szenario bleibt den Naturschützern im Alpenraum erst einmal erspart: Ein neuer Entwurf des Tiroler Seilbahn- und Skigebietsprogramms (TSSP) sollte Erweiterungen und Zusammenschlüsse von Skigebieten erheblich vereinfachen. Die Befürchtung der Kritiker: So könne es verschleiert zu Neuerschließungen kommen, die in Österreich eigentlich verboten sind. Der Skitourenberg Gilfert bei Hochfügen könnte zum Beispiel als nächste Hochburg des Skitourismus ausgebaut werden.

Die schwarz-grüne Tiroler Regierung sprach sich nun aber gegen die Neufassung aus. Das alte TSSP wird lediglich um einige Punkte erweitert. Einer davon: Zubringerlifte sollen künftig auch dort gebaut werden können, wo es keine Talabfahrt gibt.

Berglandschaften gelten als massiv bedroht

Solche Entwicklungen sind es, die die Alpenvereine aus Deutschland, Österreich und Südtirol zu einer gemeinsamen Kampagne mit dem Titel „Unsere Alpen – einfach schön“ veranlasst haben. Die Berglandschaften seien als Natur- und Kulturraum massiv bedroht – nicht nur durch den Skitourismus, sondern auch durch Verkehr, den Klimawandel und immer mehr Wasserkraftwerke. „Als Sensationsraum, als grünes, wildes Herz Europas“, bezeichnet DAV-Vizepräsident Rudi Erlacher die Alpen. „Es ist eine der großen europäischen Fragen, wie sie intakt bleiben können.“

Laut der Kampagne, die zwei Jahre laufen soll und online mit dem Hashtag #unserealpen über sämtliche Kanäle gespielt wird, findet unter den großen Skigebieten ein Wettlauf um die „Pole-Position“ statt: Die Betreiber würden erweitern, solange es noch geht. Wenn der Klimawandel fortschreite, der Kampf um Schneesicherheit aufwendiger und der Wintersport teurer werde, überlebten nur Skigebiete, die einer schrumpfenden, aber exklusiven Kundschaft das Beste und Größte bieten können.

Die DAV-Vertreter haben allerdings auch einen schwindenden Rückhalt bei der Bevölkerung für ein touristisches „Weiter so“ ausgemacht. „Die Gesellschaft akzeptiert das nicht mehr ohne Weiteres“, sagt Erlacher. Naturschutz-Ressortleiter Steffen Reich: „Viele Gäste wünschen sich nachhaltigen Tourismus, um kein schlechtes Gewissen zu haben.“ Der seit über 40 Jahren gültige bayerische Alpenplan, der die Erschließung in bestimmten Zonen untersagt, habe eine Vorbildfunktion in ganz Europa. „So ein großes Raumordnungskonzept gibt es nirgendwo anders.“ Aufwertung erfahren habe es durch die Entwicklungen am Riedberger Horn. Die Staatsregierung hatte sich von der zunächst forcierten Skischaukel im April verabschiedet. Die Verbindungsbahn zwischen Grasgehren und Balderschwang soll laut Koalitionsvertrag nicht gebaut werden.

Auch in Österreich haben die Naturschützer Hoffnung geschöpft, nachdem das Bundesverwaltungsgericht am vergangenen Freitag die Skigebietsverbindung Kappl – St. Anton gekippt hat. Die Drei-Länder-Kampagne weist auf viele bereits überlastete Regionen, Missstände und Fehlplanungen hin. Die Botschaft ist dennoch positiv formuliert: „Die Alpen sind schön. Noch.“

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