Heute beginnt der Prozess gegen den Schweizer Gigolo Helg Sgarbi. Er soll unter anderem die BMW-Erbin Susanne Klatten um viele Millionen betrogen haben.

Die wichtigsten Fragen zum Prozess "Klatten"

München - Am Montag beginnt der Prozess gegen den Schweizer Gigolo Helg Sgarbi. Er soll unter anderem die BMW-Erbin Susanne Klatten um viele Millionen betrogen haben. Alle wichtigen Fragen zum Prozess.

Der mutmaßliche Erpresser der reichsten Frau Deutschlands steht ab heute in München vor Gericht. Der Schweizer Helg Sgarbi soll die Quandt-Erbin Susanne Klatten sowie drei weitere wohlhabende Frauen umgarnt und dann um Millionenbeträge erleichtert haben. “Die Dimension, um die es bei diesem Erpressungsversuch ging, ist einzigartig“, sagt der Schweizer Journalist Romeo Regenas, der den Fall seit langem verfolgt. 

Hier können Sie den Prozess live verfolgen

Die zehn wichtigsten Fragen zum Prozess-Auftakt:

Welche Strafe droht dem Gigolo?Die Staatsanwaltschaft wirft dem Schweizer Betrug und Erpressung im besonders schweren Fall vor. Schließlich soll er auch damit gedroht haben, ein heimlich gedrehtes Sex-Video der BMW-Erbin zu veroffentlichen, falls diese nicht weitere Millionen zahlt. Die Höchststrafe fur diese Taten beträgt 15 Jahre Haft. In Justizkreisen ist vor Prozessbeginn von einer zweistelligen Strafe die Rede.

Wie lange dauert der Prozess?Es kommt darauf an, ob der Gigolo aussagt. Legt er vielleicht schon heute ein Gestandnis ab, wird es ein Blitz-Prozess. Das Urteil könnte bereits am Dienstag fallen und Sgarbi käme vermutlich mit sechs bis acht Jahren Haft davon. Falls der Angeklagte aber - wie bisher - zu den Vorwürfen schweigt, wird der Prozess mehrere Wochen dauern. Selbst Staatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch sagt: "Wir sind alle gespannt darauf, was nach Verlesung der Anklage passiert"

Wird Susanne Klatten vor Gericht aussagen?Wenn Sgarbi nicht gesteht, wird die BMW-Erbin voraussichtlich als Zeugin aussagen. Ein Sprecher Klattens erklarte: "Wir haben immer gesagt, dass wir vollumfanglich mit den Behörden kooperieren."

Mit welcher Masche täuschte er die Milliardarin?Der Schweizer mimte den Frauenversteher, verkehrte in Luxushotels und umgarnte seine reichen Opfer. Susanne Klatten schrieb einmal: "Du bist tief in meinem Innern angekommen." Dann tischte der Gigolo gigantische Lügenmärchen auf: Er habe die Tochter eines Mafiabosses angefahren und schwer verletzt. Der Mafioso fordere nun viel Geld. Seine Opfer gaben es ihm.

Wie viel Geld erpresste er?Insgesamt 9,4 Millionen Euro von vier Opfern. Ursprünglich soll er aber allein von Susanne Klatten 49 Millionen gefordert haben. 

Wo ist das Geld?Angeblich hat Sgarbi das Geld komplett dem italienischen Sektenführer Ernano Barretta gegeben. Bisher fanden Ermittler aber nur 1,7 Millionen Euro auf Barrettas Luxusanwesen.

Ist der Gigolo ein Sex-Held?Fakt ist: Seine Opfer huschten schon nach kurzer Zeit mit ihm ins Bettchen. Auch Susanne Klatten. Die reichste Frau Deutschlands war vom smarten Schweizer so hingerissen, dass sie sich mit ihm zu neun Liebeswochenenden in München verabredete.

Welche Rolle spielt der geheimnisvolle Sekten-Guru?Der selbst ernannte Guru Ernano Barretta erzählt seinen Jüngern schon mal, dass er übers Wasser laufen könne. Er saß im Nachbarzimmer des Holiday Inn in Schwabing, als der Gigolo mit der Milliardärin Sex hatte. Vermutlich zeichnete er die intimen Szenen auf, um Susanne Klatten damit später erpressen zu konnen. Helg Sgarbi soll ihm "hörig" sein.

Warum steht der Sekten-Guru nicht vor Gericht?Der Gigolo hat bislang kein Wort uber Barretta verloren. Deshalb wird er nicht neben ihm auf der Münchner Anklagebank sitzen. Derzeit steht der Guru aber in Italien unter Hausarrest. Ende März entscheidet sich, ob Anklage gegen ihn erhoben wird.

Könnte der Gigolo nach seiner Freilassung ein reicher Mann sein?Mit seiner Biografie konnte er ausnahmsweise mal legal viel Geld verdienen – auch nach einer Verurteilung. An den Bekenntnissen des Gigolos sollen bereits mehrere Verlage interessiert sein.

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