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Die zehnjährige Ursula ist in einer Holzkiste erstickt.

Widerrufenes Geständnis ist „wertlos“

Augsburg - Als wertlos hat ein früherer Ermittler ein widerrufenes Geständnis eines mutmaßlichen Mittäters bezeichnet - das sagte er im Augsburger Prozess um die Entführung und den grausamen Erstickungstod der zehnjährigen Ursula Herrmann.

Der ehemalige Kriminalkommissar schilderte den Betroffenen als einen „alkoholkranken, selten konzentrierten Mann“, der sein angebliches Geständnis vermutlich gemacht habe, um die damals ausgelobte Belohnung von 30.000 Mark zu bekommen. Der Verdächtige hatte in einer Vernehmung gesagt, er habe im Auftrag des Angeklagten ein Loch im Wald gegraben.

Entführungsfall Ursula Herrmann

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Ein 59-Jähriger ist vor dem Landgericht mit seiner Frau wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge angeklagt. Er soll im September 1981 die zehnjährige Ursula auf dem Heimweg vom Fahrrad gerissen und in eine im Wald vergrabene Kiste gesperrt haben. Das Mädchen erstickte Stunden danach, wurde aber erst 19 Tage später gefunden. Der Angeklagte soll gemeinsam mit seiner Frau von Ursulas Eltern umgerechnet eine Million Euro gefordert und mit Erpresseranrufen die Forderung bekräftigt haben. Beide Beschuldigte bestreiten die Tat.

Ein Bekannter des Angeklagten hatte Monate nach der Entführung gesagt, er habe in dessen Auftrag ein Loch im Wald gegraben und dort auch eine Kiste gesehen. Später hatte er diese Angaben widerrufen. Auf die Frage warum, soll er zu den vernehmenden Polizeibeamten gesagt haben, er habe gelogen, warum wisse er nicht. "Für meine Vernehmung hat das Ganze nichts gebracht", sagte der frühere Gruppenleiter in der Ursula-Herrmann-Sonderkommission am Dienstag als Zeuge. Der Verdächtige sei nie festzulegen gewesen und habe immer ausweichend geantwortet. Der Betroffene ist 1992 gestorben.

dpa

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