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In dieser stattlichen Villa in Kreuth beherbergte Betty B. eine Vielzahl äußerst wertvoller Antiquitäten.

Mord an Kunsthändlerin Betty B.

Wie war es wirklich? Angeklagte Helferin soll Betreuerin hintergangen haben

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Im Prozess um den Tod der Kunsthändlerin Betty B. versucht das Gericht die Stellung der Hauptangeklagten auszuleuchten. Am Freitag sagte die frühere Betreuerin der Seniorin aus.

Kreuth – Renate W. (53) sitzt seit Mitte Januar mit ihrem Mann und zwei weiteren Bekannten auf der Anklagebank. Der 53-Jährigen wird Mord vorgeworfen. Im März 2016 soll sie Betty B. mit einem Kissen erstickt haben, um endgültig zu verhindern, dass die 95-Jährige noch einmal in ihre Villa zurückkehrt. Aus der hatte sie alle wertvollen Antiquitäten weggeschafft, um sie dem Erbe zu entziehen. Das gesamte Vermögen der verwitweten und kinderlosen Seniorin sollte einer Stiftung übertragen werden. Am dritten Prozesstag vor dem Landgericht München II sagteBetty B.s gesetzliche Betreuerin, eine Rechtsanwältin (45) aus Rottach-Egern (Kreis Miesbach), zur Stellung der Angeklagten aus. 

Aus Sicht der Juristin nahm Renate W. eine ungewöhnliche Position ein. Sie gab sich als Gesellschafterin von Betty B. aus, übernahm außerordentlich viele Dienste, wollte dafür aber nicht entlohnt werden. „Wir sind eine große Familie, wir sorgen für einander“, hatte Renate W. ihr gegenüber stets behauptet. Die Betreuerin hatte da so ihre Zweifel an dieser selbstlosen Einstellung. Aber sie wusste auch nicht, inwieweit sie Betty B. über deren finanzielle Einschätzung glauben durfte. „Sie hat gesagt, sie ist Multimillionärin“, berichtete die 45-Jährige als Zeugin. Tatsächlich befanden sich auf dem Girokonto „nur“ 101 000 Euro. Geld, das die Witwe für die Bezahlung ihrer betreuten Wohnung brauchte. Doch möglicherweise blendete die 95-Jährige das total aus. Ein Gutachter befand sie zumindest als geschäftsunfähig.

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Das schien Gesellschafterin Renate W. nicht zu passen. Sie soll im Namen von Betty B. ein Schreiben verfasst haben, in dem sie um die Aussetzung der Geschäftsunfähigkeit bat, um Antiquitätengeschäfte mit England tätigen zu können. Das Schreiben wurde per Fax aus einem Copy-Shop an die Rechtsanwältin geschickt. Es war nicht unterschrieben.

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Dass die Gesellschafterin einen Schlüssel zur Wohnung besaß, erfuhr die Rechtsanwältin durch Zufall. Ein Polizist rief sie an. Er hatte die Angeklagte beim Ausräumen erwischt. Auf Nachfrage erklärte Renate W., die Betreuerin habe das erlaubt. Der misstrauisch gewordene Beamte vergewisserte sich bei der Juristin. Die wusste nicht einmal, dass die Angeklagte den Schlüssel besaß: „Sonst hätte ich ihn ihr abgenommen.“ Der Prozess dauert an.

Angela Walser

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