Merkur-Kommentar

Wie wird das G9?

Das neue G9 ist ein echter Gewinn – was nicht heißt, dass es alle glücklich machen wird. Die eierlegende Wollmilchsau ist auch in Bayern noch nicht erfunden. Ein Kommentar: 

Folglich werden nicht alle Ansprüche, wie etwa die der Geschichtslehrer mit ihrem Wunsch nach mehr Unterrichtsstunden, befriedigt werden können. Denn das G9 soll die Schüler ja auch entlasten – es soll also je Jahrgang etwas weniger Unterricht geben. Daraus folgt, dass trotz des um ein Jahr verlängerten Schulunterrichts nicht etwa 30 oder 32 Schulstunden neu zu verteilen sein werden, sondern höchstens 18. Und einige sind schon gesetzt, etwa das zweistündige Fach Informatik in der 11. Klasse. Da ist der Spielraum eng, um zum Beispiel auch noch in Mathematik und Deutsch in der Mittelstufe aufzustocken (obwohl das dringend erforderlich wäre), ganz zu schweigen von vermeintlichen Randfächern wie etwa Erdkunde, Musik oder Kunst. Wichtig wäre es dennoch, zumindest die einstündigen Fächer komplett zu eliminieren, denn solche Minimallösungen sind pädagogisch völlig sinnlos.

Dirk WalterSie erreichen den Autor unterDirk.Walter@merkur.deEinstündige Fächer sind sinnlos

Ein anderer Denkansatz wäre es, etwas mehr Mut zu beweisen und Fächerkombinationen zu wagen. Ein Blick nach Frankreich schärft hier die Sinne: Dort sind zum Beispiel Geografie und Geschichte oder Biologie und Chemie zusammengefasst, eine durchaus nicht völlig weltfremde Lösung. Aber der in Bayern regierende Lobbyismus und der Fächer-Egoismus einiger Verbandsvertreter wird solche Innovationen zu verhindern wissen.

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