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Notazrt im Einsatz: Die Serie der tödlichen Badeunfälle in Bayern hat sich fortgesetzt.

Wieder mehrere Tote bei Bade-Unfällen in Bayern

Regensburg - Die Serie der tödlichen Badeunfälle in Bayern reißt nicht ab. Das letzte Opfer war ein 17-Jähriger. Ein Überblick über die jüngsten Unfälle.

Im Rosenheim wurde ein vierjähriger Bub leblos aus einem Schwimmbecken gezogen, er starb wenig später in einem Krankenhaus. Beim Baden im Chiemsee starb eine 67 Jahre alte Frau. Eine 47-Jährige ertrank in einem Badesee in Mertingen (Landkreis Donau-Ries). Im Kirchsee nahe Bad Tölz ging ein 65 Jahre alter Mann unter und starb. Im Regensburger Uniklinikum starb am Donnerstag ein 17 Jahre alter Jugendlicher, der zwei Tage zuvor plötzlich an einem beliebten Baggersee untergegangen war.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) rief angesichts der dramatischen Häufung von Unfällen zur Vorsicht in Schwimmbädern, Flüssen und Seen auf. Die zahlreichen Todesfälle zeigten, dass die Gefahren am Wasser nicht unterschätzt werden dürfen. Auch die vergangenen Tage waren immer wieder Kinder und Erwachsene beim Baden verunglückt.

Rosenheim

Im Rosenheimer Freibad vermisste die 42 Jahre alte Mutter am Mittwochabend ihren Buben. Wenig später entdeckten andere Badegäste den Vierjährigen leblos im Schwimmbecken und holten ihn heraus. Nach der Wiederbelebung durch Badegäste und der weiteren Versorgung durch einen Notarzt wurde der Bub in eine Klinik gebracht. Dort starb er jedoch am Donnerstag, wie die Polizei mitteilte.

Chiemsee

Am Chiemsee hielt sich die 67-Jährige am Mittwoch im flachen Wasser nahe dem Ufer auf. Plötzlich brach sie zusammen. Badegäste kümmerten sich um die Frau. Ein zufällig anwesender Mediziner mit Notarzterfahrung bemühte sich vergeblich um die Frau.

Bad Tölz

Die Beamten meldeten am Donnerstag einen weiteren tödlichen Badeunfall: Ein 65-Jähriger starb beim Baden im Kirchsee nahe Bad Tölz. Er ging am Donnerstagmorgen in der Seemitte plötzlich unter und wurde von einem Begleiter mit einem Schwimmbrett an Land gebracht. Die Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg.

Mertingen

An einem Badesee im Mertinger Ortsteil Druisheim ertrank eine 47- Jährige. Die Frau war am Mittwoch beim Baden plötzlich verschwunden, wie die Polizei Augsburg am Donnerstag mitteilte. Taucher fanden die tote Frau knapp eine Stunde später am Boden des Sees.

Neutraubling

In Neutraubling bei Regensburg war bereits am Dienstag der 17-Jährige beim Zurückschwimmen ans Ufer ohne erkennbaren Grund untergegangen. Freunde konnten den Schüler aus dem Guggenberger See bergen, den Notärzten gelang die Wiederbelebung. Am Donnerstag starb der junge Mann trotzdem in der Universitätsklinik Regensburg.

München

Am Riemer See in München entgingen am Mittwoch zwei Kinder nur knapp dem Ertrinken. Der Vater eines siebenjährigen Mädchens und eines fünfjährigen Sohnes kümmerte sich um die Zubereitung eines Essens, als die beiden Kinder unbeaufsichtigt ins Wasser gingen. Sie konnten nicht schwimmen und hatten auch keine Schwimmflügel an. Andere Kinder bemerkten wenig später, dass das Mädchen und der Bub leblos im Wasser trieben, Badegäste konnten sie aber wiederbeleben. Die beiden Kinder wurden in eine Klinik gebracht und waren am Donnerstag nach Angaben einer Polizeisprecherin auf dem Weg der Besserung.

Nach den Worten von Minister Herrmann bewegt sich die Zahl der Ertrunkenen in Bayern nach wie vor auf erschreckend hohem Niveau: Im vergangenen Jahr seien 96 Menschen im Freistaat ertrunken. Damit hätten sich bundesweit betrachtet mehr als ein Fünftel all dieser Fälle in Bayern ereignet (bundesweit 474), betonte Herrmann.

“Ich kann nur dringend appellieren: Seien Sie beim Baden in unseren bayerischen Seen und Flüssen vorsichtig.“ Badefreudige sollten sich über die Risiken informieren und versuchen, diese zu minimieren. Die bayerische Wasserwacht und die Deutsche Lebens- Rettungs-Gesellschaft (DLRG) böten dazu wichtige Informationen.

dpa

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