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Nach der Wiesn: Corona-Inzidenzen rund um München schnellen weiter nach oben

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Von: Tanja Kipke

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Das Oktoberfest in München ist vorbei. Die Corona-Fallzahlen im Freistaat nehmen weiter zu, die Krankenhäuser füllen sich. Besonders betroffen sind die Landkreise in Oberbayern.

Update vom 7. Oktober, 8.21 Uhr: Die Corona-Herbstwelle sorgt in immer mehr bayerischen Städten und Landkreisen für vierstellige Inzidenzen. Am Freitagmorgen meldete das Robert Koch-Institut in Berlin für neun Landkreise und die Landeshauptstadt München offizielle Werte über 1000. Am Donnerstag hatten erst vier Kreise über dieser Schwelle gelegen, vor einer Woche noch kein einziger.

Bayernweit stieg die Inzidenz mittlerweile auf 818, das ist ein Plus von knapp 25 Prozent binnen einer Woche. Damit steigen die Werte aktuell nicht mehr so schnell wie in der vorletzten Woche - allerdings sind sie derzeit möglicherweise noch durch den Feiertag am Montag verzerrt. Zudem meldeten einzelne Landkreise offenbar keine aktuellen Zahlen ans RKI.

Die höchste Inzidenz in Bayern weisen derzeit die Landkreise Fürstenfeldbruck mit 1333,6, Ebersberg mit 1265,2 und Dachau mit 1206,8 auf. Auffällig dabei ist auch eine gewisse Ballung um München herum, wo Anfang der Woche das Oktoberfest endete. Sowohl die Stadt als auch drei der vier direkt angrenzenden Landkreise liegen über 1000, der Landkreis München nur relativ knapp darunter. In der zweiten Oktoberfestwoche waren die Zahlen im München sehr stark angestiegen. Schon vor dem Fest hatten Experten eine Wiesn-Welle vorhergesagt.

Nach der Wiesn: Corona-Inzidenzen rund um München durchbrechen 1000er-Marke

Update, Donnerstag, 6. Oktober: Nachdem die Gesundheitsämter zum langen Wochenende eine Pause eingelegt hatten, zählen sie seit Dienstag wieder ihre Corona-Infektionen fleißig zusammen. Zumindest die Fälle, die gemeldet werden. Der Bundesgesundheitsminister schätzt, dass man die offiziellen Zahlen mal drei nehmen sollte, um auf einen einigermaßen realistischen Wert zu kommen.

Corona in Bayern: Vier Landkreise am Donnerstag schon über 1000

Auch ohne Verdreifachung liegen die Inzidenzen für diverse Landkreise in Oberbayern schon über 1000. Hier eine Übersicht über die 1000er-Inzidenzen:

Knapp darunter folgt Altötting mit 999 Fällen in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Nur mehrere Kreise im Saarland haben aktuell ein ähnlich hohes Infektionsgeschehen. Auch die Inzidenz für ganz Bayern steigt weiter an und liegt zwischenzeitlich bei 714. Wieder abgesehen vom Saarland (950) der mit Abstand höchste Wert deutschlandweit.

Ursprünglicher Artikel, 4. Oktober: München – Ein letztes Prosit. Am Montagabend (3. Oktober) stießen Wiesn-Besucher in den Festzelten auf der Theresienwiese ein letztes Mal mit ihren Masskrügen an. Nach 17 Tagen ist das Oktoberfest in München wieder vorbei. Die Feierei hat auch Auswirkungen auf die Corona-Zahlen in München. Binnen einer Woche stiegt die Inzidenz um 65 Prozent, mittlerweile weist die Landeshauptstadt einen Wert von 633 auf.

Die Inzidenz des gesamten Freistaats stieg sogar um 85 Prozent an. Am Freitagmorgen meldete das Robert Koch-Institut (RKI) eine Inzidenz von 654,8. Mittlerweile liegt der Wert allerdings wieder bei 534,5 (Stand: Dienstag, 4, Oktober).

Corona in Bayern: Inzidenz über 500 – ein Landkreis ganz vorne

Zwei oberbayerische Landkreise führen aktuell die deutschlandweite Hotspotliste des RKI an. In den Regionen Miesbach (830,2) und Fürstenfeldbruck (817,1) sind die Inzidenzen am höchsten. Aber auch die Landkreise Starnberg und Ebersberg sind unter den Top 10, mit Inzidenzen weit über 700. Am Montag (3. Oktober) lag der Wert in Ebersberg sogar über 1000. Die Landkreise mit den höchsten Inzidenzen Bayerns am Dienstag (4. Oktober):

Bis auf die Stadt Passau, befinden sich alle Landkreise in Oberbayern. Nicht nur die Inzidenzen haben in der letzten Woche einen ordentlichen Satz nach oben gemacht, auch die Hospitalisierungsrate in Bayern ist stark angestiegen. Laut LGL ein Plus von 68 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Der Wert liegt nun bei 1.575. Auch die Belegung der Intensivbetten durch Corona-Patienten hat zugenommen, laut LGL mit einem Anstieg von fast 40 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

Die Corona-Inzidenzen im Freistaat steigen weiter an. Die PCR-Teststationen sind wieder gefüllt.
Die Corona-Inzidenzen im Freistaat steigen weiter an. Die PCR-Teststationen sind wieder gefüllt. © Sven Hoppe/dpa

Ein wichtiger Faktor muss bei der aktuellen Inzidenz-Entwicklung berücksichtigt werden: In die offizielle Statistik fließen sowohl am Wochenende als auch an Feiertagen (wie am Montag) keine neuen Corona-Fälle mit ein. Die Zahlen sind also mit Vorsicht zu genießen und werden in den nächsten Tagen womöglich nochmal deutlich ansteigen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geht generell von weit höheren Inzidenzen aus, als in den Statistiken angegeben. In der RKI-Pressekonferenz am Freitag sagte er, die Dunkelziffer sei etwa dreimal so hoch. Für den gesamten Freistaat läge die Inzidenz damit bei knapp 2000, in der Landeshauptstadt bei rund 2400. Lauterbach konnte sich daher einen Seitenhieb gegen die bayerische Staatsregierung nicht verkneifen.

Corona in Bayern: Holetschek sieht keinen Anlass für schärfere Maßnahmen

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sieht jedoch keinen Anlass für schärfere Corona-Maßnahmen. Im BR sagte Holetschek: „Wir haben uns jetzt erst einmal dazu entschieden, dass wir das Schutzniveau belassen wie auch vorher.“ Der Grundsatz sei: „Nur was notwendig ist, muss auch gemacht werden - und dabei bleiben wir auch.“ Man beobachte die Lage genau. Wichtig sei unter anderem die Situation in den Krankenhäusern. „Aus diesem Gesamtsystem leiten wir dann Maßnahmen ab, wenn sie denn notwendig sind.“

Dass die Inzidenzen vor allem im Münchner Umland so ansteigen, sei durch die Wiesn erwartbar gewesen. „Ob der direkte Zusammenhang gegeben ist, das wird ja immer wieder in Zweifel gezogen, aber ja, ich denke schon, dass das eine Auswirkung ist.“ (tkip/dpa)

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