Wilde Kuh "Yvonne" darf geschossen werden

Zangberg – Seit neun Wochen läuft eine Kuh frei durch die Gegend um Zangberg (Kreis Mühldorf) – weil sie am Freitag beinahe mit einem Polizeiauto kollidiert wäre, hat das Landratsamt das Tier jetzt zum Abschuss freigegeben.

Die Jagdgenehmigung rief Tierschützer auf den Plan. 15 Aktivisten von Gut Aiderbichl versuchen, das Tier einzufangen – bevor es der Schuss eines Jägers tötet.

Männer mit Betäubungsgewehren lauern seit Tagen an der Staatsstraße, um die Kuh aus dem Verkehr zu ziehen und lebend zur Aiderbichl-Niederlassung bei Deggendorf zu transportieren. „Unsere Leute durchkämmen den Wald, um die Kuh in unsere Richtung zu treiben“, erklärt Hans Wintersteller, Gutsverwalter in Aiderbichl und Koordinator der Rettungsaktion in Zangberg. Hunderte Male sei man so bereits erfolgreich gewesen.

In Zangberg hatten die Ehrenamtlichen bislang kein Glück. Am Samstag seien sie knapp davor gewesen, die Kuh außer Gefecht zu setzen. Doch zwei Jugendliche aus dem Ort hätten das Tier gejagt und verschreckt. Am Sonntag blieb die Kuh in Deckung, auch am Montag lauerte man bis Redaktionsschluss vergeblich am Straßenrand. Um den Aktionsradius der Kuh einzugrenzen, sollen jetzt Bänder gespannt werden. Auch Spezialisten von der Unteren Jagdbehörde im Landratsamt sind mit Betäubungsgewehren und Schusswaffen unterwegs. Wie der Behördenleiter mitteilte, sei es ihm lieber, wenn die Tierschützer das Tier fangen würden – als dass es geschossen werden muss.

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Die Tierschützer von Gut Aiderbichl, das Michael Aufhauser gehört, hatten das entlaufene Rind dem Besitzer, einem Bauern aus Aschau, abgekauft. So dürfen sie es rechtlich gesehen einfangen. Doch damit trägt das Gut Aiderbichl auch die Verantwortung für Unfälle und Schäden, die die Kuh verursachen könnte.

Von vorbeifahrenden Autofahrern hören die Tierschützer immer mal wieder aufmunternde Worte wie „Viel Glück“. Doch sie müssen sich auch beschimpfen lassen. Dass sie einen Vogel hätten, kommentierte ein Fahrzeuglenker beim Vorbeifahren die Aktion.

Die Kuh hat inzwischen auch einen Namen: Yvonne. Eine gleichnamige, schwer krebskranke Frau aus Frankfurt hatte von dem Schicksal des Tieres erfahren – und mitgeteilt, dass es ihr größter Wunsch sei, dass das Rindvieh lebend gefangen werde.

je

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