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Zwei Windräder vor einem Sonnenaufgang.

Bauernverband  

Windkraft-Stopp erzürnt Landwirte

Ob Windrad oder Biogas: Die Anlagen, die oft bei Bauern auf dem Land stehen, sind eine Alternative zu neuen Stromtrassen und langen Transportwegen mit hohen Verlusten. Landwirte beklagen zu viele Hemmnisse für eine dezentrale Energieversorgung.

Ob Windrad oder Biogas: Die Anlagen, die oft bei Bauern auf dem Land stehen, sind eine Alternative zu neuen Stromtrassen und langen Transportwegen mit hohen Verlusten. Landwirte beklagen zu viele Hemmnisse für eine dezentrale Energieversorgung.

München – Der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl kritisiert die politischen Entscheidungen als Hemmnisse für die Energiewende. Die zwischen Union und SPD vereinbarte stärkere Förderung von Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee ist für ihn unverständlich – zumal die Streichung der Einspeisevergütung für dezentrale Windkraft den Ausbau der kostengünstigsten aller erneuerbaren Energieträger blockiere. „Das kann es nicht sein“, sagt er.

Viele Anlagen stünden auf bäuerlichem Grund – der Landwirt biete den Standort, die Wertschöpfung bleibe im ländlichen Raum. In Bayern sei der Ausbau von Windenergie ohnehin durch Naturschutzauflagen und Abstandsregelungen beeinträchtigt: Bei zwei Kilometern für 200 Meter hohe Windräder könnten kaum Anlagen gebaut werden, betont Heidl. Vielerorts seien bereits große Summen für Planungen ausgegeben worden. „Durch die übereilten politischen Entscheidungen zu den Abstandsregelungen wurden in einigen Fällen bereits Anschubinvestitionen in sechsstelliger Höhe verbrannt.“ Auch Naturschutzauflagen gingen zu weit. Etwa dürften teils keine Windräder gebaut werden, weil in der Nähe ein „Milan gesichtet“ worden sei.

Dabei bedeuteten dezentrale Anlagen, an denen oft Bürger, Bauern und Kommunen gemeinsam beteiligt seien, eine effektive Nutzung der Windkraft und kurze Transportwege. Mit den Offshore-Anlagen würden große Konzerne gefördert und der Bau neuer Stromtrassen quer durchs Land sei nötig. Was die Entschädigung von Landwirten für solche Trassen betreffe, gebe es immerhin erste Fortschritte. „Das ist auf einem guten Weg.“

Die Landwirtschaft solle weiter Biomasse zur dezentralen Energieerzeugung verwenden. Dabei müsse die Nutzung von Reststoffen und Nebenprodukten gefördert werden, verlangte Heidl. Das reiche aber nicht; deshalb müsse auch der Anbau nachwachsender Rohstoffe zur Nutzung in Biogasanlagen möglich bleiben. Strom aus Biomasse sei zwar relativ teuer, doch anders als Wind- und Solarenergie speicherbar und damit auf Knopfdruck sicher verfügbar.

Die SPD erwartet bereits, dass die Staatsregierung ihr 40-Prozent-Ziel für erneuerbare Energien beim Strombedarf im Jahr 2018 deutlich zurückfährt. Wenn der gesetzliche Rahmen auch bei den Abstandsflächen feststehe, „werden wir (...) unsere bisherigen Zielsetzungen im Bereich erneuerbarer Energien überprüfen und gegebenenfalls anpassen“, zitiert der SPD-Abgeordnete Reinhold Strobl aus einem Brief von Energieministerin Ilse Aigner.

lby/cd

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