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Frau Holle, schüttel endlich die Betten aus! Ski- und Schlittenfahrer warten auf den Winter. In Ostin (Kreis Miesbach) spielen die Kinder momentan noch auf Kunstschnee.

Hüttenwirte hoffen auf Schnee

Wo bleibt der Winter?

München – Frau Holle stellt nicht nur Wintersportler auf eine Geduldsprobe: Denn während die Betreiber der Skigebiete gelassen auf die milden Temperaturen reagieren, bereitet der fehlende Schnee einigen Hüttenwirten große Sorgen.

Wetterprophet Jägerhubers schlechte Prognose für 2014

Katharina Lindlbauer schläft schlecht zur Zeit. Schon seit Wochen. Das Wetter macht es ihr dieses Jahr nicht leicht, morgens motiviert aus dem Haus zu gehen. Tage wie gestern sind die schlimmsten. Denn wenn es warm und bewölkt ist, kommt manchmal kein einziger Gast zu ihrer Quenger-Alm im Brauneck (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Die Hütte liegt im hinteren Teil des Skigebiets. Dem Teil, in dem der Lift diese Saison noch gar nicht gefahren ist. Zu wenig Schnee. „Zu Fuß sind es 20 Minuten zur Hütte“, sagt Katharina Lindlbauer. An Sonnentagen nehmen wenigstens ein paar Spaziergänger den Weg auf sich, um die Aussicht zu genießen – aber allein während der Weihnachtsferien gab es viele Tage, an denen Lindlbauer und ihr Koch den ganzen Tag niemanden bewirten konnten. Ihr fehlen Einnahmen, mit denen sie fest gerechnet hatte. Es ist das dritte Jahr, seit die 25-Jährige die Quengler-Alm übernommen hat. Sie sagt: „Wäre der erste Winter so hart gewesen wie dieser, hätte ich wohl aufgegeben.“ Ihr bleibt nichts anderes übrig, als weiter auf Schnee zu hoffen. „Er muss die nächsten Wochen kommen“, sagt sie. „Sonst traue ich mich nicht, mir vorzustellen, wie es weitergeht.“

Die nächsten Tage wird die 25-jährige Wirtin wohl allerdings noch bei milden Temperaturen ihre Hütte aufsperren. Denn: „Der Winter ist in Bayern noch lange nicht in Sicht“, sagt Guido Wolz vom Deutschen Wetterdienst. Die Meteorologen gehen davon aus, dass die Südwest-Strömung noch mindestens bis Mitte nächster Woche für milde Sonnentage und Föhn sorgen wird. Die Liftbetreiber in den bayerischen Skigebieten sind dennoch gelassen – die meisten Lifte fahren dank künstlicher Beschneiung. „Anders würde es nicht gehen“, sagt Antonia Asenstorfer, Sprecherin des Skiverbunds Alpenplus. Am Brauneck sind sieben von 17 Liften in Betrieb, am Spitzingsee (Kreis Miesbach) sind es elf. „Wir können uns nicht beklagen“, sagt Asenstorfer. Die Zahl der Wintersportler ist im Vergleich zum Vorjahr zwar noch etwas geringer, massive Einbußen gebe es aber in keinem der Alpenplus-Skigebiete. Das Panorama-Restaurant in Brauneck ist an Sonnentagen beispielsweise hervorragend besucht – aber im Gegensatz zur Quenger-Alm ist es auch mit der Bergbahn erreichbar.

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Die Liftbetreiber im Zugspitzgebiet und im Skigebiet Garmisch Classic reagieren ebenfalls entspannt auf die unwinterlichen Temperaturen. In beiden Gebieten sind bis auf jeweils einen Lift alle Anlagen im Betrieb, auch alle Talabfahrten sind befahrbar. „Allerdings müssen die Pistenpräparierer in diesem Jahr Vollgas geben“, sagt Sprecherin Verena Lothes. Die Pistenraupen haben in den vergangenen Wochen ein Schneedepot angehäuft, das sie nun verteilen, um die Pisten befahrbar zu halten. „Es ist ja leider nichts Ungewöhnliches mehr, dass der Winter nach hinten versetzt stattfindet“, sagt Jörn Homburg, Marketingleiter der Bergbahnen in Oberstdorf und Kleinwalsertal. 2013 waren die Temperaturen am Jahresanfang ähnlich hoch. Allerdings hatte es damals im Dezember schon mehr geschneit.

Hannes Rechenauer, Geschäftsführer der Hocheck-Bergbahnen in Oberaudorf (Kreis Rosenheim), hat sich gestern im Skigebiet selbst ein Bild von der Lage gemacht. „Die Pisten sind in gutem Zustand, die Urlauber sind da, alle Kurse finden statt“, sagt er. Allerdings sei es schon spürbar, dass in dieser Saison Tagesgäste fehlen. „Wichtiger als die Weihnachtsferien sind für uns aber die Faschingsferien im Februar“, sagt er. Aber er ist optimistisch, dass es bis dahin Winter geworden ist in Bayern. „Viele Skifahrer sind einfach noch nicht in Winterstimmung.“ Er ist sicher, dass sich das bald ändern wird. „Jeder Wintersportler hat Lust und ein festes Budget fürs Skifahren eingeplant – dieses Jahr geht es eben einfach später los.“

Katrin Woitsch

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