Der Winter ist zurück

München - Der Winter hat Bayern wieder fest im Griff. Am Wochenende werden am Alpenrand bis zu einem halben Meter Neuschnee erwartet - Glatteis und Verkehrschaos inklusive. Gute Nachricht: Die Voraussetzungen für weiße Weihnachten sind gut.

München - Nach einem kurzen Frühlingseinbruch ist der Winter in Bayern zurück. Schnee und Eis haben gestern viele Reisende und Pendler auf eine harte Probe gestellt. Der Deutsche Wetterdienst hatte für Bayern, Sachsen und Thüringen Unwetterwarnungen ausgegeben, diese im Laufe des Morgens aber wieder zurückgenommen.

Und auch in den nächsten Tagen schneit es kräftig weiter. „Am Alpenrand haben wir bis zu einem halben Meter Neuschnee errechnet“, sagt Meteorologe Dirk Mewes vom Deutschen Wetterdienst. Bis zum Beginn der nächsten Woche sollen die Temperaturen um den Gefrierpunkt pendeln. Danach wird es voraussichtlich deutlich kühler. „Besonders Dienstag und Mittwoch wird es frostig“, sagt Mewes. Tagsüber sinken die Temperaturen auf minus sieben Grad, nachts kann örtlich sogar die Minus-20-Grad-Marke geknackt werden.

Gestern sorgte das Winterwetter vor allem in Nordbayern für Chaos auf den Straßen. Auf den Autobahnen in Franken stockte der Verkehr streckenweise bis auf 30 Kilometer. Dutzende Unfälle ereigneten sich, meist blieb es bei Blechschäden.

In Dorfen (Landkreis Erding) kippte gestern früh ein Langholztransporter um. Das tonnenschwere Gefährt stürzte eine Böschung hinab. Die Staatsstraße 2084 war zweieinhalb Stunden nur einspurig befahrbar.

Auch Flug- und Bahnreisende waren vom Wintereinbruch betroffen. Der FlughafenMünchen hat sich in der Nacht zum Donnerstag in einen großen Schlafsaal verwandelt. 700 Passagiere nächtigten auf Feldbetten. Schuld waren die Wetterverhältnisse in Frankfurt. „21 Flugzeuge, die für Frankfurt bestimmt waren, wurden in den Abendstunden nach München umgeleitet“, berichtet Edgar Engert, Sprecher der Flughafen München GmbH (FMG).

Im oberfränkischen Kulmbach brach in der Nacht zum Donnerstag das Dach einer Brauerei unter der Last der Schneemassen teilweise ein. Wie die Polizei in Bayreuth mitteilte, stürzte ein Stützpfeiler einer Leergut-Halle zusammen. Ein Auto wurde beschädigt, Verletzte gab es nicht.

Gefährlich war es auf dem Weihnachtsmarkt in Hof. Dort ging bereits am Mittwoch eine Dachlawine nieder. Sie hatte eine Bude total zerstört und den Händler leicht verletzt.

Auch bei der Deutschen Bahn kam es zu wetterbedingten Behinderungen. Die ICE-Strecke Nürnberg-Leipzig war stundenlang unterbrochen. Umgestürzte Bäume blockierten die Gleise zwischen Ludwigsstadt und Saalfeld. Auf der Strecke München-Berlin mussten zwei Züge umgeleitet werden. Dort seien Bäume gefällt worden, weil sich diese durch die Schneelast zu sehr zu den Gleisen geneigt hätten, sagte ein Bahnsprecher.

Mit umgestürzten Bäumen rechnet Meteorolge Mewes auch in den kommenden Tagen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sei mit schwerem Schnee zu rechnen. Im Voralpenland seien darüberhinaus vereinzelt starke Sturmböen möglich. „Wird es wieder kälter, sind Schneeverwehungen zu erwarten.“

Die Polarluft bringt auch etwas Gutes mit sich: Die Chancen auf weiße Weihnachten stehen gut. Ob an Heiligabend Schneeflöckchen vom Himmel fallen, lasse sich allerdings noch nicht vorhersagen, sagt Meteorologe Mewes. Die Tendenz gehe aber in Richtung kalt - Grundvoraussetzung für ein Fest in weiß. dpa/ham

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