Wintereinbruch: Mehr als hundert Unfälle

München - Kräftige Schneefälle und Glätte haben am Montag in weiten Teilen Bayerns den Verkehr behindert. Bei gefährlichen Schlitterpartien auf schneebedeckten Straßen kam es im ganzen Freistaat zu zahlreichen Unfällen. Ein Mensch starb. Flüge fielen aus.

Lesen Sie dazu:

Landkreis Freising versinkt im Neuschnee

Erding: Schneefall stürzt Landkreis ins Chaos

Freitag: Winter-Chaos auf Bayerns Straße

Wie die Polizeibehörden mitteilten, blockierten zudem mehr als 50 Lastwagen den Verkehr, teilweise mussten Straßen gesperrt werden. Bei den Unfällen wurden einige Fahrer leicht verletzt. Zwei Schwerverletzte mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Insgesamt sei bei den Kollisionen ein Schaden von mehreren hunderttausend Euro entstanden, hieß es.

Tödlicher Unfall auf Schneewehe

Ein tödlicher Unfall, bei dem ein Autofahrer bis zur Unkenntlichkeit verbrannt ist, ist am Sonntag gegen 18 Uhr bei Zinst (Gemeinde Kulmain) passiert. Der Fahrer fuhr mit seinem PKW die Staatsstraße 2177. Am sogenannten Zinster Berg verlor er in einer langgezogenen Rechtskurve auf einer Schneeverwehung die Kontrolle, schleuderte auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit dem Wagen eines 45-Jährigen. Das Auto aus Bayreuth fing sofort Feuer. Obwohl mehrere Verkehrsteilnehmer versuchten, das Fahrzeug mit Schnee zu löschen, verbrannte die Person. Die Identität des Verunglückten wird noch ermittelt.

Bei Eching stießen ein Lkw und ein Pkw auf schneeglatter Fahrbahn frontal zusammen. Beide Fahrzeuge kamen in einem Feld zum Stehen. Zwei Personen erlitten teils schwere Verletzungen.

An der Autobahnausfahrt Holzkirchen ist ein Sattelzug von der Straße abgekommen und im Graben gelandet. Dabei hat er eine Leitplanke durchbrochen. Infolge eines beschädigten Tanks flossen mehrere hundert Liter Diesel ins Erdreich.

Selbst die geringe Steigung der Auffahrt zur A99 bei Kirchheim bildete für einen Laster der Möbelfirma Lutz ein unüberwindbares Hindernis. Auch dieser Fahrer musste Schneeketten aufziehen.

Schnee in München

Chaotisch ging es auf der Lindauer Autobahn A96 zu: Ein Laster stellte sich quer und versperrt die ganze  Fahrbahn. Schneepflüge der Straßenmeisterei schoben ihn zur Seite.

In Miesbach ist eine Fahranfängerin auf glatter Straße ins Rutschen geraten. Die Folge: Ein schiefer Lichtmast. 

Probleme bei der Bahn

Bei S-Bahn und Regionalverkehr in und um München hielten sich die Winter-Probleme im Grenzen: Größere Verspätungen gab es auf der Bahnstrecke Salzburg-München, nachdem es in Freilassing zu einer Stellwerksstörung gekommen war. Nach einer Weichenstörung in Schäftlarn fuhr die Linie S7 nur mit Verspätungen.

Die größten Behinderungen der S-Bahn waren aber nicht witterungsbedingt: Nach einem Notarzt-Einsatz am Marienplatz gegen 8.30 Uhr fuhren alle Linien mit 20 bis 25 Minuten Verspätung. Ein Stromausfall bei Signal und Weiche am Hauptbahnhof behinderte ab 11 Uhr noch einmal alle Linien. Bei Bus und Tram kam es ebenfalls zu Verspätungen, Ausfälle wurden aber bislang laut MVG nur vereinzelt verzeichnet.

Insgesamt 77 kleine Unfälle in Stadt und Landkreis hat es nach Auskunft des Polizeipräsidiums München bis circa 10.30 Uhr gegeben.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord kam es bislang zu rund 185 Rutschpartien mit Blechschaden. Schnee und Eis behinderten den Verkehr auf den Straßen der neun Landkreise und der Stadt Rosenheim im Gebiet des Polizeipräsidiums Süd. Alle Räumfahrzeuge waren seit den frühen Morgenstunden im Einsatz. 43 Unfälle mit Sachschäden und 22 mit leichten Personenschäden haben sich dort zugetragen.

Unter anderem kam in Hepberg (Landkreis Eichstätt) ein Schulbus von der Straße ab und prallte gegen einen Gartenzaun. Acht Schüler im Alter von 7 bis 15 Jahren wurden dabei leicht verletzt.

Der schwerste Unfall ereignete sich auf der Autobahn 93 vor der Anschlussstelle Ponholz. Ein Lastwagenfahrer, der in Fahrtrichtung Regensburg unterwegs war, kam nach Polizeiangaben ins Schleudern, weil er zu schnell fuhr. Der Lastwagen kippte daraufhin um, der 52- jährige Fahrer wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Auf der Autobahn A3 in Richtung Passau verlor ein Lastwagenfahrer kurz vor der Anschlussstelle Straubing die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Lastwagen prallte zuerst gegen die Mittelleitplanke und dann gegen eine Betonwand auf der rechten Seite. Der Fahrer erlitt mehrere Knochenbrüche.

Flüge gestrichen

Zu Behinderungen kam es auch im Luftverkehr. Am Münchner Flughafen wurden für den Vormittag zunächst 170 Flüge annulliert. Ein Sprecher erwartete, dass es bei zahlreichen Flügen auch zu Verspätungen kommen werde. Wie ein Airport-Sprecher sagte, seien die beiden Start- und Landebahnen seit Sonntagabend im Wechsel geräumt worden - dadurch stehe nur noch die Hälfte der Kapazität zur Verfügung.

mm

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Junge Männer werfen große Steine auf fahrende Autos: Das ist ihre irre Begründung
Zwei junge Männer im Alter von 16 und 19 Jahren sollen zahlreiche große Steine und Holzpaletten auf fahrende Autos, Lastwagen und einen Zug geworfen haben. Ein Beifahrer …
Junge Männer werfen große Steine auf fahrende Autos: Das ist ihre irre Begründung
Warnung vor starken Gewittern in ganz Bayern - sie drohen am Dienstagabend
Schon am Montagabend zogen mehrere größere Gewitter über Bayern. Nun, zum Dienstagabend hin, wird die Lage wieder ähnlich brenzlich. Der Deutsche Wertterdienst warnt.
Warnung vor starken Gewittern in ganz Bayern - sie drohen am Dienstagabend
Jürgen H. fuhr brennenden Tanklaster aus Wohngebiet - und steht jetzt für damals vor Gericht
Er steuerte einen brennenden Tanklaster mit 34.000 Litern Benzin und Diesel aus einem Wohngebiet - und wurde von ganz Bayern als Held gefeiert. Jetzt steht er wegen …
Jürgen H. fuhr brennenden Tanklaster aus Wohngebiet - und steht jetzt für damals vor Gericht
Grünwalder stirbt beim Tauchen im Starnberger See an berüchtigter Todeswand
Im Starnberger See ist ein Sporttaucher aus Grünwald am Freitag gestorben. Der Unglücksort ist ein beliebtes Tauchrevier: die Allmannshauser Steilwand, an der es …
Grünwalder stirbt beim Tauchen im Starnberger See an berüchtigter Todeswand

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.