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Eisstock-Gaudi am Maisinger See: Ausflügler schießen ihre Stöcke über die freigeschaufelte Eisbahn.

Ski- und Schlittschuhfahrer freuen sich

Wintersportler strömen aus: Ansturm auf Eis und Piste

Miesbach - Aufatmen in den Skigebieten. Endlich gibt es beste Bedingungen für Skifahrer und Snowboarder. Auch auf bayerischen Seen war am Wochenende einiges los.

Lange mussten sich die Wintersportler gedulden. Weiße Kunstschnee-Streifen zogen sich durch grüne Hänge, Liftbetreiber kämpften um jeden weißen Fleck. Ohne Schneekanonen ging gar nichts. Das ist endlich vorbei. 

Die vergangenen Tage brachten Neuschnee satt und vielerorts Erleichterung. So auch auf dem Brauneck (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen), wo es am Wochenende rund ging. „Am Freitag und Samstag waren brutal viele Leute da“, freut sich Lift-Chef Peter Lorenz. Am Brauneck hat es innerhalb weniger Tage einen halben Meter Neuschnee gegeben – und was für einen. „Der Schnee is a Traum!“, schwärmt Lorenz. Nach 50 bis 60 Stunden Beschneiung in den vergangenen Wochen seien die Bedingungen auf dem Berg jetzt ideal. „Maschinenschnee unter Pulverschnee, das ist die beste Basis.“ Peter Lorenz ist zuversichtlich: „Auch die nächsten Tage werden sicher gut.“ Die Ferienurlauber seien am Sonntag abgereist, jetzt kämen vermehrt Einheimische und Tagesgäste aus der Umgebung.

Alpen Plus Skigebiete begeistert

Das kann Antonia Asenstorfer bestätigen. Die Sprecherin für die Alpen Plus Skigebiete, wozu unter anderem der Wallberg und das Sudelfeld (Kreis Miesbach) gehören, ist begeistert von den aktuellen Verhältnissen. „Samstag war Großkampftag“, sagt sie. „Tolles Wetter, wenn auch kalt.“ Minus 15 Grad schreckten Ski- und Snowboardbegeisterte offenbar nicht ab, tags zuvor sei der Nachtlauf am Spitzingsee bei minus 20 Grad gut besucht gewesen. Nach langer Durststrecke stellt Antonia Asenstorfer große Euphorie bei den Wintersportlern fest: „Man merkt es den Leuten an, dass sie Lust aufs Skifahren haben.“

Nicht überall wirkte sich der Wintereinbruch positiv aus. Es gab Klagen über leere Skilifte. Sie kamen unter anderem aus Oberjoch (Kreis Oberallgäu) und aus Reit im Winkl (Kreis Traunstein), wo mit minus 26 Grad die kälteste Nacht Deutschlands gemessen wurde. „Es ist saukalt“, bestätigte ein Sprecher der Winklmoosalm am Samstag. „Der Liftbetrieb ist mäßig, es gibt keine Wartezeiten.“ Bei klirrender Kälte blieben selbst eingefleischte Skifahrer- und Snowboarder lieber daheim.

Lawinenwarndienst besorgt

Mit Sorge betrachtet der Lawinenwarndienst den Neuschnee. Er warnt oberhalb von 1600 Metern vor erheblicher Gefahr. Ski- und Snowboardfahrer sollten ausgewiesene Pisten nicht verlassen, weil sie sonst selbst Lawinen auslösen könnten. Erst wenn sich der Neuschnee setzt, wird es sicherer. Um gefahrlose Strecken zu garantieren, blieb das Skigebiet Zugspitze den ganzen Donnerstag geschlossen. Dort wurden Lawinen gesprengt und Pisten präpariert.

Als tückisch kann sich frischer Schnee auch für Schlittschuhfahrer und Eisstockschützen erweisen. Vielerorts hatte die weiße Pracht Seen und Weiher völlig bedeckt. „Schnee isoliert“, warnt Anton Klostermeier, passionierter Eisstockschütze und Feuerwehrvorstand aus Maising (Kreis Starnberg). Denn die Schneedecke schützt die Eisschicht vor stärkerem Frost, was ein weiteres Durchfrieren verhindert. Risse und dünne Stellen werden verdeckt. Aber Klostermeier und seine Gleichgesinnten kennen ihren Maisinger See gut. Sie meiden Randstellen und Bach-Einläufe. Mit Schneeschaufeln und Besen räumen sie sich Bahnen frei und schießen um die Ehre. „Alle sind ganz wild drauf“, schildert Klostermeier die Begeisterung. Lange genug mussten sie auf stabiles Eis warten. Zum Aufwärmen gibt es für die Runde Tee und Glühwein, zwischendurch hilft Bewegung. Sollte doch einmal jemand einbrechen, dann kennt Klostermeier die Handgriffe: „Wir machen Eisrettungsübungen in meinem Weiher.“

Ein langer Winter ist im Freistaat aber wohl nicht in Sicht – schon am Mittwoch soll es laut Deutschem Wetterdienst in weiten Teilen Bayerns tauen. Dann sei auch gefährliches Blitzeis möglich.

Corinna Erhard

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