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Stolz auf ihr fahrbares Eigenheim: Philipp Sanders und Stefanie Beck. 

„Kämpfen gerade um die Genehmigung“

Dieses Studentenpaar plant ein Tiny-House-Hotel

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Während einer Nordamerikareise hat das Studentenpaar Philipp Sanders und Stefanie Beck eine neue Leidenschaft entdeckt: Tiny Houses. Inzwischen bauen die beiden selbst ein solches Mini-Haus. 

Augsburg - Die einen bauen ein 200 Jahre altes Gebäude ab und wieder auf, die anderen denken sich ganz neue Wohnformen aus: Philipp Sanders und Stefanie Beck, beide 22 und ein Studentenpaar aus Augsburg, haben sich ein „Tiny House“ gebaut – ein winziges Haus mit Rollen, das jederzeit umgezogen werden kann. Das Häuschen ist gerade mal 2,55 Meter breit, 7,5 Meter lang und vier Meter hoch. Die Wohnfläche sind 16 Quadratmeter, der Schlafbereich auf der zweiten Ebene hat acht Quadratmeter. Kosten: 25 000 Euro. Hier erklären sie, wie man sich so ein Mini-Haus vorstellen muss.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Tiny House zu bauen?

Beck:Wir wollten keinen Kredit anhäufen, nur um ein großes Haus abzubezahlen.

Sanders: Als wir in Kanada unterwegs waren, haben wir im Fernsehen welche gesehen. Also sind wir in die USA gereist, wo die Bewegung ja herkommt, und haben verschiedene Tiny Houses besichtigt. Wir waren überwältigt, wie groß sich so ein Tiny House anfühlen kann.

Wie ist die Raumaufteilung in ihrem Haus?

Sanders:Oben ist das Schlaf-Loft, unten haben wir Küche, Bad, Essbereich und Wohnzimmerbereich. Das ist alles intelligent aufgeteilt. Der Esstisch ist beispielsweise auf gleicher Höhe wie die Küchenzeile. So haben wir mehr Arbeitsfläche.

Und das Bad?

Sanders: Das Badezimmer ist bei uns relativ klein, man hat aber die drei Dinge, die man benötigt: Dusche, Toilette und ein Waschbecken. Es gibt halt keinen Platz zum Rumlaufen, aber den braucht man ja auch nicht unbedingt.

Geht man sich ohne Privatsphäre nicht irgendwann gewaltig auf die Nerven?

Sanders: Wenn Menschen voneinander genervt sind und ihren Freiraum brauchen, dann ist das bloße Konfliktaufschiebung. Im Tiny House muss man den Konflikt gleich lösen. So frisst keiner den Ärger in sich hinein. Wir sehen da eigentlich nur Vorteile.

Sie wollen ein Hotel aus Tiny Houses im Fichtelgebirge bauen. Sind die Häuschen denn an den Kanal angeschlossen?

Beck:Das hängt davon ab, was wir für ein Grundstück für unser Hotel bekommen. Die Fläche, die wir derzeit in Aussicht haben, hat einen Wasser- und einen Abwasseranschluss. Das brauchen wir für unser Hotel auch, denn wenn wir vermieten wollen, ist eine Komposttoilette nicht geeignet. Wer will schon die Hinterlassenschaften vom Gast zuvor sehen... Wir persönlich würden damit aber sehr wohl zurechtkommen.

Aber Sie wohnen noch nicht in Ihrem Häuschen...

Sanders: Wir kämpfen gerade um die Genehmigung. Das Problem ist, dass es in Deutschland bislang keine Tiny Houses gab, deswegen gibt es auch keine Gesetze. Gemeinde und Landratsamt im Fichtelgebirge stehen aber hinter uns. Wenn alles klappt, wollen wir nicht nur ein Hotel eröffnen, sondern auch eine Gemeinschaft, in der auch andere in ihrem eigenen Tiny House leben. Bisher gibt es mit Ausnahme einiger Campingplätze keine Orte, an denen man in einem Tiny House wohnen darf.

Interview: Bastian Huber

Informationen auf Facebook unter facebook.de/tinyhousehotel

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