„Wir müssen lernen, mit dem Wolf zu leben“

Berchtesgaden - Jetzt ist das Geheimnis gelüftet. Vergangene Woche hatte Umweltminister Markus Söder im Gespräch mit Almbauern angekündigt, einen regionalen Wolfsbeauftragten zu benennen. Seit Freitag ist der neue Wolfs-Mann im Amt: Jochen Grab .

Der studierte Forstmann hat mehrjährige, wildbiologische Berufserfahrung und war unter anderem im Nationalpark Berchtesgaden tätig. Wir sprachen mit Grab über seine neue Aufgabe.

-Warum benötigt der Landkreis Miesbach einen eigenen Wolfsbeauftragten? Ist damit Manfred Wölfl, der Wildtiermanager des Freistaats Bayern, entmachtet?

Neuer Wolfsbeauftragter: Jochen Grab hatte am Freitag seinen ersten Arbeitstag. Der 35-Jährige, der im Berchtesgadener Land wohnt, ist über das Landesamt für Umwelt erreichbar, wird aber auch von sich aus auf die Menschen im Oberland zugehen.

Ach nein. Manfred Wölfl ist ein hoch angesehener Kollege. Als Wildtiermanager ist er im ganzen Freistaat zuständig für große Beutegreifer. Ich bin Ansprechpartner für die Menschen vor Ort und gehe Hinweisen aus der Bevölkerung nach - speziell auch aus Almwirtschaft und Jagd. Mit der Erfahrung aus der Region arbeite ich gemeinsam mit betroffenen Gruppen in der Arbeitsgruppe Wildtiermanagement an der Weiterentwicklung des Managementplans Wolf. Wildtiermanagement erfordert viele Akteure. Ich bin in erster Linie vor Ort.

-Was qualifiziert Sie für diese Aufgabe?

Langjährige Erfahrung in der Wildbiologie im Nationalpark Berchtesgaden. Dadurch habe ich auch nationale und internationale Kontakte zu Gebieten mit Wolfsvorkommen.

-Hat der Wolf im Rotwand-Wendelstein-Gebiet langfristig eine Chance zum Leben?

Dazu braucht es die Akzeptanz der Menschen. Wir haben in Bayern seit 170 Jahren keine Erfahrung mit dem Wolf. Wir müssen erst wieder lernen, mit diesem Tier zu leben.

-Wo sehen Sie Ihre Aufgabe in dieser aufgeheizten Atmosphäre?

Ich will zuhören und beraten, gemeinsam mit den Betroffenen vor Ort nach Lösungen suchen.

-Wie stehen Sie zu der Aussage der Almbauern, dass der Wolf aus der Natur entnommen werden müsse?

Die Gesetze lassen dies nicht zu. Für mich ist es wichtig, ein gemeinsames und konstruktives Miteinander zu finden.

mm

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