Wirbel um „Bayerischen Rotfunk“

München - Ärger zwischen CSU und öffentlich-rechtlichem Rundfunk: Die Parteizeitung Bayernkurier attackiert den BR für „tendenziöse“ Sendungen. Dafür gibt es Schelte von Generalsekretär Alexander Dobrindt.

Ärger zwischen CSU und öffentlich-rechtlichem Rundfunk: „Vor allem der Hörfunk hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zum Bayerischen Rotfunk entwickelt, genauer gesagt zum Rot-Grün-Funk“, schreibt die Parteizeitung „Bayernkurier“. Mit künstlicher Aufgeregtheit verbreite der Sender das Gefühl, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) werde in Bayern wie ein Heiland erwartet.

Mehrere Details listet die Parteizeitung auf: Angeblich unzureichend gewürdigte Kabinettsbeschlüsse, einseitige Positionen zur A 94 und die Landshuter Oberbürgermeisterwahl. Darunter sind einzelne Fälle, die auch in BR-Kreisen als nicht optimal gelten. Der Text sei ein „Gemeinschaftswerk“ der Redaktion, sagt Bayernkurier-Chef Peter Hausmann. Es gebe sehr viele lobende Leserreaktionen.

Aber nicht aus der Parteispitze. Generalsekretär Alexander Dobrindt distanziert sich. Er habe „auf meine Ausgabe ein großes Fragezeichen gemacht“, sagt er unserer Zeitung: „Darüber wird mit der Redaktion zu sprechen sein.“ Linie der CSU sei, sich mit dem politischen Wettbewerber auseinanderzusetzen, „nicht mit den Medien“.

Eine BR-Sprecherin sagt, man nehme jede Kritik ernst und gehe jedem Einzelfall nach. „Pauschale Vorwürfe über tendenziöse Berichterstattung oder eine einseitige Ausrichtung sind aber sicher nicht gerechtfertigt.“

Dem BR war insgesamt bisher allenfalls eine Nähe zur CSU nachgesagt worden. Zwei ehemalige Redakteure sitzen im Kabinett, der Intendant war Regierungssprecher. Die Opposition reagiert erheitert. „Lächerlich“ sei der Vorwurf gegen den BR, sagt SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher. Am Zustand der CSU seien nicht die Medien schuld, sondern die CSU selbst. Grünen-Landeschef Dieter Janecek sagt, die Nerven müssten bei der CSU schon sehr blank liegen, „wenn man ausgerechnet im ehemaligen Schwarzfunk BR heute eine Speerspitze für linke Umtriebe sehen will“.

cd

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