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Die Weltbild-Filiale in der Sendlinger Straße in München

Kirchenverlag vertrieb Pornobücher

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München - "Sündige Spiele" oder "Schlampeninternat" - Bücher diesen Titels wurden im kircheneigenen Weltbild-Verlag geführt. Das sorgt jetzt für Wirbel.

Die katholische Monatszeitung PUR magazin hat im Novemberheft einen ungewöhnlichen Titel auf dem Cover: „Bischöfe als Porno-Produzenten?“ In dem Artikel listet Chefredakteur Bernhard Müller auf, welche sündigen Bücher der kircheneigene Weltbild-Verlag Augsburg (der den Bischöfen bzw. Diözesen gehört, siehe unten) im Programm führt. Nach der Veröffentlichung musste der Verlag den Verkauf der Publikationen sofort stoppen.

Zu den Werken, die der Kirchenverlag offerierte, gehören Titel wie Anwaltshure, Vögelbar und Schlampeninternat. Über den 50-Prozent-Anteil von Weltbild am Droemer-Knauer-Verlag wurden die Bischöfe aber auch zu Mitverlegern von Büchern wie Sündige Spiele, Meine feuerroten Stilettos, Warum Männer so schnell kommen und Frauen nur so tun als ob oder Sag Luder zu mir. Über die Beteiligung am Internet-Portal Bücher.de wurden aber auch Erzeugnisse wie Graf Porno oder Porno für Paare angeboten.

Das Monatsmagazin kritisiert, dass der Kirchenverlag sogar gewaltverherrlichende Bücher, Esoterik, Magie, Satanismus-Bücher sowie Vodoo-Puppen jahrelang verkaufte, ohne, dass sich die Bischöfe daran störten. Insgesamt beanstandet der Bericht 2500 Werke. Chefredakteur Bernhard Müller zur tz: „Man kann nicht Keuschheit predigen und Pornos produzieren. Es schwindet die Glaubwürdigkeit, wenn man mit Dingen Geld verdient, die den Gläubigen unter Androhung schwerer Sünden verboten werden.“

Als die Bischofskonferenz von dem geplanten Artikel erfuhr, zog sie die Reißleine und ließ erklären: „Die Verlagsgruppe Weltbild ist das größte Buchhandelsunternehmen Deutschlands und steht in einer besonderen gesellschaftlichen Verantwortung. Die Geschäftsführung wurde angehalten, ihrer Verantwortung konsequent zu entsprechen.“ Bischofssprecherin Nina Schmedding zur tz: „Die Bücher werden nicht mehr angeboten.“ Für Müller kommt das reichlich spät. Bereits 2008 hatten kritische Christen eine Dokumentation über die unchristlichen Bücher des Verlages an alle Bischöfe geschickt. Müller: „Viele haben nicht mal den Eingang bestätigt“. Münchens Kardinal Reinhard Marx ließ seinen Finanzdirektor Dr. Sebastian A. in einem blumigen Brief sinngemäß antworten, dass man nichts machen wolle. Zitat: „... Es fällt mir als Priester schwer, alle Energie ausschließlich darauf zu verwenden, noch das letzte Unkraut auszureißen ...“ Kirchensprecher Bernhard Kellner wollte diesen Brief gestern gegenüber der tz nicht kommentieren.

Karl-Heinz Dix

Gesellschafter Weltbild-Verlag
Erzdiözese München-Freising 13,2 %
Diözese Augsburg 11,7 %
Diözese Passau 5,7 %
Diözese Regensburg 5,7 %
Diözese Würzburg 5,7 %
Erzdiözese Bamberg 5,7 %
Diözese Eichstätt 3,4 %
Diözese Aachen 4,2 %
Diözese Fulda 6,8 %
Erzdiözese Freiburg 2,7 %
Diözese Münster 2,4 %
Diözese Trier 4,3 %
Verband der Diözesen 24,2 %
Soldatenseelsorge Berlin 4,3 %
Quelle: Magazin Pur

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