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Nico H. kann wieder lachen. Fast wäre er gelähmt geblieben.

Beinahe wäre er gelähmt gewesen

Wirbelbruch! Klinik schickt Nico (17) weg

Krumbach - Beinahe hätte eine verweigerte ärztliche Untersuchung einen 17-Jährigen zum Querschnittsgelähmten gemacht. Der junge Mann und die Klinik hatten großes Glück. Das Drama ging gut aus.

Jeder macht einmal einen Fehler, auch Ärzte: Aber was Dominik H. aus München im Krankenhaus Krumbach erlebt hat, ist nicht zu entschuldigen: Als der 17-Jährige nach einem Unfall im Zeltlager der Pfarrjugend dort nachts in der Notaufnahme um Hilfe bat, schickte ihn ein Arzt ohne Untersuchung einfach weiter nach Ulm oder Augsburg – mit zwei gebrochenen Lendenwirbeln.

Die unfassbare Geschichte beginnt am 8. September. Nico, wie ihn Eltern, Geschwister und Freunde nennen, ist mit der Pfarrjugend im Zeltlager in der Nähe von Thannhausen. Die Jugendleiter lassen den letzten Abend am Lagerfeuer ausklingen. Dabei wird auch herumgeblödelt. Ein Spezl nimmt Nico auf die Schultern. Doch das Duo verliert das Gleichgewicht und stürzt. Nico hat sofort ein ungutes Gefühl, aber der Schmerz lässt nach. Doch nach einer Stunde verschlechtert sich sein Zustand, hinzu kommt ein Taubheitsgefühl in den Beinen.

Ein Kamerad packt Nico ins Auto und fährt ihn nach Krumbach in die Kreisklinik. Es ist gegen 1.30 Uhr, als sie dort die Nachtschwester herausklingeln. Der Freund setzt Nico, der starke Schmerzen hat, sofort in einen Rollstuhl. Schließlich kommt der Arzt. Der hört sich zwar die Unfallgeschichte an, doch untersuchen will er Nico nicht. „Ich hatte das Gefühl, er hatte einfach keinen Bock. Er meinte zwar, das Krankenhaus verfüge über die nötigen Untersuchungsmöglichkeiten. Aber er wisse nicht, wie er das jetzt bewerkstelligen solle. Deshalb sei es besser, wir würden nach Ulm oder Augsburg weiterfahren.“

Nico schafft es kaum noch auf den Beifahrersitz. Was dann folgt, ist ein Horrortrip. Nicht nur für Nico, der in jeder Kurve, bei jedem Schlagloch vor Schmerzen schreien könnte. Auch für seinen Fahrer: Denn Nico kippt immer wieder weg – wird sogar bewusstlos. 45 Minuten dauert die Tortur bis zum Klinikum Augsburg. Dort laute die Diagnose: Zwei Lendenwirbel sind gebrochen.

Nico hat Glück im Unglück: Beide Brüche verlaufen glatt und werden (sogar ohne Operation) wieder gut ausheilen. Und vielleicht kann der 17-Jährige in zwei, drei Wochen sogar schon wieder Rennen fahren. Nico gilt im Kartsport als großes Talent. Auch sein Vater Patrick Hofheinz, ist natürlich erleichtert, dass sein Sohn auf dem Weg der Besserung ist. Trotzdem hat er sich an die Krumbacher Kreisklinik gewandt und um eine Stellungnahme gebten. „Ich will nicht“, sagt er der „tz“, „dass dort noch einmal ein Schwerverletzter so herzlos abgefertigt wird.“

Der Mediziner, der Nico, weiterschickte, wurde inzwischen gefeuert. Der Leiter der Klinik räumte ein, dass es für das Verhalten des Arztes keine Erklärung gebe. Der Patient und die Klinik hätten großes Glück gehabt.

Wolfgang Deponte

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