Wird der Fall des Haustyrannen neu aufgenommen?

Landshut - Er gilt als einer der spektakulärsten Kriminalfälle der bayerischen Nachkriegsgeschichte. Es geht um den Haustyrannen, umgebracht höchstwahrscheinlich von der eigenen Familie.

Schon bald steht fest, ob die schaurigen Details des tödlichen Familiendramas im Gerichtssaal neu aufgerollt werden. Das Landgericht Landshut will im November entscheiden, ob der Fall des 2001 verschwundenen Landwirts aus Neuburg a.d. Donau wieder aufgenommen wird.

2005 hatte das Landgericht Ingolstadt die Ehefrau und den Verlobten einer der beiden Töchter wegen Totschlags zu je achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach ihrer Festnahme tischten die Familienmitglieder den Ermittlern immer neue Tatversionen auf. Erst behauptete der Verlobte, er habe den Despoten zersägt und die Leichenteile an die Hofhunde verfüttert.

Dann hieß es, der Tote könnte auch den Schweinen zum Fraß vorgeworfen worden sein. Hinter den grausigen Schilderungen steckte abgrundtiefer Hass der Familie auf den alkoholkranken Vater.

Tatversion Nummer drei: Eine der Töchter – beide Mädchen waren vom Vater jahrelang sexuell missbraucht worden – sagte aus, man habe das Opfer im Auto in einem nahen Baggersee entsorgt. Bis zum März dieses Jahres gab es nicht die kleinste Spur von der Leiche. Doch dann wurden zwei Autos aus der Donau gefischt. In einem Mercedes lag der tote Bauer. Sein obduzierter Schädel wies keinerlei Spuren von Gewalt auf. Damit steht fest, dass die Geständnisse, auf denen die Schuldsprüche fußten, falsch sind.

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