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Bitterkalte Winter, eine weiße Decke über der Stadt – all das könnte in einigen Jahrzehnten Vergangenheit sein.

Wintertraum oder nur kalt?

So wird das Wetter an Weihnachten

München - Die deutschen Winter werden nach Angaben von Meteorologen immer wärmer. Woran das liegt, mit welchen Klimaveränderungen zu rechnen ist und ob es trotzdem eine Chance auf weiße Weihnachten gibt, lesen Sie hier.

Vom Himmel tänzeln weiße Flocken, die Luft beißt vor Kälte: Das ist ein Winter, wie er im Bilderbuch steht. Doch der könnte bald Vergangenheit sein. Meteorologen warnen: Der Winter wird immer wärmer!

So wird das Wetter: 25 Bauernregeln zum Durchklicken

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Gerade Großeltern erzählen gerne von den kalten Wintern mit viel Schnee, die sie als Kinder erlebten. Das ist keine nostalgische Verklärung – sie haben Recht! „Vor 100 Jahren war der Winter in Bayern im Schnitt ein Grad kälter als heute. Heute hat es an Weihnachten zwischen 0 und 1 Grad, früher lagen die Temperaturen noch im Minus“, sagt der Meteorologe Karsten Brandt von donnerwetter.de. Der Unterschied hört sich gering an, macht aber viel aus. „Das entspricht klimatisch einer Reise von 400 Kilometer in den Süden“, erklärt Brandt. Von München aus wäre das glatt die italienische Adria. Mamma mia!

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Außerdem fällt heute viel weniger Schnee als früher. Heute gibt es in München rund 28 Schneetage im Jahr – vor 100 Jahren waren es noch zwischen 10 und 15 mehr! „In der Vergangenheit waren die Frostperioden länger, deshalb ist auch der Schnee länger liegengeblieben“, sagt der Meteorologe.

Tipps für kalte Tage

Tipps für kalte Tage

Schuld an dieser Klimaveränderung hat nach Ansicht der Experten eine veränderte Strömungslage. Der Klimawandel spielt nur eine kleine Rolle. „Unser Wetter wird von der warmen Atlantikluft und der kalten Luft aus Osteuropa bestimmt. Je nachdem, welcher Einfluss überwiegt, fällt unser Winter aus“, so Karsten Brandt.

Und da hat sich im Lauf der Jahre einiges geändert: Früher sorgten viele Ostwinde für kontinentale, eiskalte Winter mit viel Schnee. „Heute wehen dagegen immer häufiger starke Westwinde und bringen warme Luft vom Atlantik“, sagt Karsten Brandt. Die Folge: milde Winter, kaum Schnee. Wie genau sich diese Luftmassen verschieben, ist auch für Experten nicht vorhersehbar – schon kleinste Luftbewegungen können zu riesigen Strömungen heranwachsen.

Eins allerdings steht fest: In einigen Jahrzehnten steht die Chance auf einen echten Winter noch schlechter als heute. „Wir rechnen damit, dass die Durchschnittstemperatur im Winter bis Ende des Jahrhunderts um bis zu 4 Grad ansteigt“, sagt Gerhard Müller-Westermeier, Klimaexperte vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Das wären dann im Schnitt 4 Grad plus. Zum Vergleich: Den kältesten Winter gab es in Deutschland 1962/1963 – da zitterten die Menschen bei eisigen minus 5,5 Grad.

Weihnachten 2009: Grün oder weiß?

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Gibt es weiße Weihnachten oder nicht? Zeit wäre es allemal – das letzte Mal durften sich die Münchner 2005 über Schnee zum Fest freuen (siehe Tabelle). Das ist vier lange Jahre her! Karsten Brandt, Meteorologe von donnerwetter.de, ist optimistisch: „Das könnte was werden! Die Chancen für weiße Weihnachten liegen in diesem Jahr bei 80 Prozent!“ Schon am Wochenende kommen immer wieder Flocken vom Himmel. Die Temperaturen liegen bei minus 5 Grad. Nachts wird es mit bis zu minus 13 Grad knackig kalt – beste Bedingungen, dass der Schnee liegen bleibt!

Mit etwas Glück schneit es auch an Heiligabend. Allerdings wird es mit plus 1 bis 2 Grad etwas milder – das könnte auch für Schneeregen sorgen. An den Feiertagen fallen die Temperaturen wieder ins Minus. Danach wird es allerdings chaotisch. „Gerade zwischen den Feiertagen und Neujahr wechseln sich immer wieder kalte Perioden und kurze Hochdruckgebiete ab“, erklärt Brandt. In den Alpen dagegen herrscht ab 800 Metern Dauerfrost – super Bedingungen für alle Skifahrer.

Christina Schmelzer

Heiligabend in München in den letzten 50 Jahren:

Jahr Temperatur Schneehöhe
1959 4,9 Grad 0 cm
1960 -1,3 Grad 5 cm
1961 -6,9 Grad 8 cm
1962 -12,0 Grad 31 cm
1963 -5,0 Grad 8 cm
1964 -2,0 Grad 8 cm
1965 6,1 Grad 0 cm
1966 6,7 Grad 0 cm
1967 12,0 Grad 0 cm
1968 4,4 Grad 0 cm
1969 2,2 Grad 23 cm
1970 -3,8 Grad 9 cm
1971 7,5 Grad 0 cm
1972 3,4 Grad 0 cm
1973 8,4 Grad 3 cm
1974 8,5 Grad 0 cm
1975 -0,9 Grad 5cm
1976 -1,3 Grad 8 cm
1977 14,5 Grad 0 cm
1978 2,5 Grad 7 cm
1979 2,3 Grad 0 cm
1980 10,6 Grad 0 cm
1981 2,9 Grad 21 cm
1982 0,6 Grad 2 cm
1983 12,8 Grad 0 cm
1984 -0,5 Grad 0 cm
1985 3,1 Grad 0 cm
1986 -4,3 Grad 0 cm
1987 1,3 Grad 0 cm
1988 10,1 Grad 0 cm
1989 6,6 Grad 0 cm
1990 1,9 Grad 0 cm
1991 8,7 Grad 0 cm
1992 0,0 Grad 0 cm
1993 3,7 Grad 0 cm
1994 -3,0 Grad 7 cm
1995 10,4 Grad 0 cm
1996 -2,2 Grad 8 cm
1997 8,8 Grad 0 cm
1998 4,1 Grad 0 cm
1999 8,1 Grad 4 cm
2000 3,3 Grad 0 cm
2001 0,4 Grad 10 cm
2002 6,8 Grad 0 cm
2003 -3,0 Grad 3 cm
2004 9,0 Grad 0 cm
2005 3,4 Grad 4 cm
2006 -0,1 Grad 0 cm
2007 1,1 Grad 0 cm
2008 6,4 Grad 0 cm

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