Wirksamer Schutz vor Mücken: Hausmittel versagen in Tests

München - Die Mückensaison ist eröffnet: Ob tagsüber am Badesee oder nachts im Schlafzimmer, nirgends ist man sicher vor den Blutsaugern. Wirklich geschützt ist nur, wer umfassend vorbeugt.

Sie kommt mit einem leisen Sirren. Lauert am Badesee, attackiert auf der Terrasse und überfällt auf der Suche nach Blut auch den Schlafenden. So heimtückisch und schnell, wie sich die Mücke über ihre Opfer hermacht, bemerkt man sie erst, wenn ihr ungebetener Besuch einen roten, juckenden Krater auf der Haut hinterlassen hat.

Die Liste der Hausmittel zur Mückenabwehr ist so lang wie die Nächte, die sich so manches Opfer um die Ohren schlägt, um das Sirren im Schlafzimmer mit einem gut platzierten Schlag zu beenden. Eine halbe Zitrone mit Nelken spicken, Wasserschälchen mit diversen ätherischen Ölen wie Minze, Lavendel oder Lorbeere füllen, eine Tomatenpflanze vor dem Fenster aufstellen: Schier unerschöpflich ist der Fundus der natürlichen Waffen gegen die Hausmücke. Vor allem im Internet finden sich verschiedene Tipps. So auch das Anlocken mit der Taschenlampe und anschließendem Erschlagen im Lichtkegel. Oder ein Rezept für ein Parfüm aus Kölnisch Wasser und Nelken.

„Die meisten Hausmittel haben sich in Tests als unwirksam erwiesen“, sagt Matthias Zeuner-Hanning, Umweltberater bei der Verbraucherzentrale Bayern. „Sie berufen sich auf Erfahrungswerte, aber es gibt keine vernünftigen Studien zur Wirksamkeit.“ Die wahrscheinlich effektivste Methode zur Mückenabwehr: die Mücken auf Abstand halten.

Im Freien schützt lange, weitgeschnittene Kleidung. Fliegengitter vor den Fenstern oder ein feinmaschiges Moskitonetz über dem Bett halten die kleinen Angreifer nachts fern. Wer draußen sicher gehen will, besorgt sich ein sogenanntes Repellens: Weil Stechmücken ihre Opfer nach dem Geruch aussuchen, setzen die Cremes und Lotionen beim Körpergeruch an. Sie verändern die Buttersäurekonzentration auf der Haut und machen so die potenzielle Mahlzeit weniger schmackhaft. Allerdings: „Man sollte weder synthetische noch natürliche Produkte dauerhaft verwenden“, warnt Zeuner-Hanning. Sie reizen die Schleimhäute, und für Kinder sind sie absolut tabu. Vorsicht auch bei Verdampfungsgeräten, die Insektengift in der Raumluft verteilen: „Die schaden nicht nur den Mücken, sondern auch den Menschen.“

Hat die Mücke am Ende doch zugestochen, bleibt die Qual der Wahl zwischen Hausmitteln und konventionellen Arzneien. „Auf jeden Fall sollte man den Stich kühlen und nicht kratzen“, sagt der Experte. Zwiebel, Zitrone und Teebaumöl sollen den Juckreiz hemmen, ebenso die konventionellen Gels und Salben aus der Apotheke. Auf letztere weist sogar eine Internetseite mit Hausmitteln hin – nur für den Fall, dass alles andere versagen sollte.

Kathrin Brack

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