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Ecopolicy: So schaut das Lernspiel am PC aus.

Wirtschafts-Jugend: Meister am PC gekürt

Nürnberg - Bevölkerung, Politik und Wirtschaft - wenn sich hier etwas ändert, hat das Auswirkungen. Das sollen Schüler mit dem Spiel “Ecopolicy“ lernen. Am Donnerstag ging es um den Meistertitel.

Gebannt starren Lars und Christian auf ihren Laptop und warten nervös, dass sich die Grafik aufbaut. Auf dem Bildschirm sind verschiedene Säulen abgebildet, die über Röhren miteinander verbunden sind. Steigt die eine Säule, wird auch die andere davon beeinflusst. Alles hängt mit allem zusammen - genau das sollen die beiden Schüler mit Hilfe des Computerspiels lernen. Die beiden Gymnasiasten aus Schwabach gehören zu den Teilnehmern der “Ecopolicyade“. Im Rahmen des strategischen Planspiels “Ecopolicy“ müssen sie ein virtuelles Land möglichst erfolgreich regieren.

Am Donnerstag fand in Nürnberg der Landesentscheid statt. Lebensqualität, Aufklärung, Produktion und Sanierung: Diese vier Bereiche können die Teilnehmer des Spiels beeinflussen. Aber was passiert, wenn man die Produktion ankurbelt, dabei aber die Sanierung vernachlässigt? Genau: Die Umweltbelastung steigt, die Lebensqualität sinkt, die Vermehrungsrate fällt und die Bevölkerung ist mit der Politik unzufrieden.

Hinter dem Programm stecken reale, überprüfte Daten, mit denen sich auch existierende Länder abbilden lassen würden, erläutert Mitinitiator Hans-Werner Hansen. Der Hauptschullehrer hat das ursprünglich für Manager gedachte Spiel an die Schulen geholt, um den Jugendlichen vernetztes Denken beizubringen. Nach Ausscheidungen auf Schul-, Regional- und Landesebene steht am 1. Juli der Bundeswettbewerb in Berlin an. Bayern wird vom Team des Gymnasiums Miesbach vertreten, das beim Landeswettbewerb am besten abschnitt.

Auch Lehrer Frank Menzel vom Adam-Kraft-Gymnasium, der Lars und Christian am Donnerstag begleitet hat, betont den Lerneffekt: “Wir müssen weg vom linearen Denken, hin zu vernetztem Denken. Es hängt ja wirklich vieles zusammen.“ Um seine Schüler für diese Herausforderung fit zu machen, bietet der 33 Jahre alte Deutsch-, Geschichts- und Geografielehrer “Ecopolicy“ als freiwilligen Zusatzkurs an. Am Anfang probierten die Schüler natürlich einfach nur aus, welche Faktoren welche Auswirkungen hätten, erzählt er. Aber bald fingen die Jugendlichen an, strategisch an die Aufgabenstellung heranzugehen, das Wirkungsgefüge zu hinterfragen. Am Ende beschäftigten sich manche gar mit den dahinterstehenden mathematischen Algorithmen. Und sie befassten sich intensiv mit den Schlagworten, die täglich durch die Medien geistern, aber nur schwer zu fassen sind, berichtet Hansen. “Lebensqualität“ etwa sei nicht einfach mit Wohlstand gleichzusetzen. Auch eine gesunde Umwelt, Infrastruktur und viele weitere Faktoren zählten dazu. “Die Schüler sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen, und dass ihr Tun auch Konsequenzen hat - und wenn sie nichts tun, hat das auch Konsequenzen“, sagt Hansen.

 Bei Lars und Christian geht das Konzept auf: Intensiv diskutieren sie nach der ersten Runde, warum ihr Land schon im fünften von zwölf Jahren unregierbar wurde. Es war der gleiche Fehler wie beim Regionalentscheid: Die beiden Zehntklässler haben zu viel in Lebensqualität investiert, dadurch ist die Bevölkerungsrate angestiegen - am Ende gab es einen Aufstand. Auch in den anderen elf Teams geht es hoch her. Manche sind zuversichtlich, andere dagegen geknickt. Sarah und Katja haben ihren Staat schon nach wenigen Minuten an die Wand gefahren. Pädagoge Hansen tröstet die beiden 14 Jahre alten Hauptschülerinnen. “Das ist wie bei der Olympiade. Dabeisein ist alles.“

Elke Richter

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