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Wlan-Spots - wie hier in Berlin - soll es bald an 300 Plätzen in Bayern geben.

WLan-Ausbau an 300 Plätzen geplant

Diese Orte bekommen Gratis-Internet

München - Öffentliches WLan ist vielerorts schon Standard. Bald auch in Bayern. Bis Ende Oktober soll an rund 300 Plätzen Gratis-Internet zur Verfügung stehen. Die CSU feiert diesen Schritt. Aber es gibt auch Kritiker.

In der Sonne sitzen, ein Bierchen zischen und dabei mal eben mit 400 Megabit pro Sekunde durchs Netz fegen. Ab Ende Oktober soll das in 50 bayerischen Kommunen möglich sein. Bis dahin will der Kabelnetzbetreiber „Kabel Deutschland“ rund 300 „Hotspots“ einrichten. Durch sie können Nutzer an öffentlichen Plätzen per Smartphone oder Laptop kabellos surfen.

Schon Anfang August wird der WLan-Ausbau in München starten, dann folgen andere Gebiete. Allerdings würden nicht nur Großstädte aufgerüstet, sondern auch kleine Orte und „die meisten Kommunen über 50 000 Einwohner“, wie Vorstandsmitglied Manuel Cubero gestern beim Digitalisierungs-Kongress der CSU betonte. 36 Städte und Gemeinden stehen schon fest (siehe unten).

Allein für die Landeshauptstadt seien mehr als 60 Hotspots „an bekannten Plätzen und Punkten und darüber hinaus“ geplant, sagte Unternehmenssprecher Maurice Böhler. Dazu würden die bekannten grauen Verteilerkästen mit WLan-Technologie ausgestattet. Bis auf welche Entfernung der Internet-Empfang möglich ist, lässt sich generell nicht sagen. Dabei, so Böhler, spielten die umliegenden Gebäude eine entscheidende Rolle.

Die „WLan-Offensive“ sieht vor, dass Nutzer eine halbe Stunde freien Zugang zum Internet haben. Alles darüber hinaus kostet. Cubero zufolge prüft das Unternehmen aus Unterföhring (Kreis München) „verschiedene Bezahlmodelle“. Ob es nach deren Einführung bei der 30-Minuten-Regelung bleibt, steht nicht fest. Kunden von „Kabel Deutschland“ sollen kostenfrei surfen können.

Dass das Hotspot-Konzept funktioniert, hat ein Pilot-Projekt in Berlin gezeigt. Seit Herbst 2012 können Nutzer an verschiedenen Punkten in der Bundeshauptstadt für 30 Minuten mobil surfen. Nötig ist, neben einem Laptop oder einem Smartphone, nur eine kurze Registrierung.

Was in den Augen der Regierung ein gelungener Coup ist, bringt die Opposition in Wallung. Thomas Mütze, Grünen-Sprecher für infrastrukturelle Entwicklung, ließ per Mitteilung verlauten, kostenloses Surfen sei ja schön und gut. „Aber wirklich wichtig wäre die Breitbandversorgung in der Fläche.“ Viele ländliche Gemeinden seien „technologisch abgehängt“. Außerdem hält er die Bindung an einen einzelnen Anbieter für fragwürdig. Annette Karl (SPD) bezeichnete es als zynisch, ein privatwirtschaftliches Projekt als „Zukunftsaktion der eigenen Fraktion“, der CSU, zu verkaufen.

Einen Vorschlag zur Güte machte Mütze dann doch: „Wer ländliche Problemzonen ans Breitband anschließt, der darf auch in der Stadt einen Hotspot betreiben – und von mir aus auch gerne Geld damit verdienen.“

Marcus Mäckler

Die Standorte

Ende Oktober soll es in 50 bayerischen Kommunen WLan an öffentlichen Plätzen geben. 36 stehen bereits fest:

Amberg, Ansbach, Aschaffenburg, Augsburg, Bad Tölz, Bamberg, Bayreuth, Coburg, Erlangen, Freising, Fürth, Füssen, Garmisch-Partenkirchen, Hof, Ingolstadt, Kempten, Kulmbach, Landsberg, Landshut, Mühldorf, München, Nördlingen, Nürnberg, Oberstdorf, Passau, Pfaffenhofen, Regensburg, Schwabmünchen, Schwandorf, Schweinfurt, Starnberg, Straubing, Tegernsee, Weilheim, Weißenburg, Würzburg.

mmä

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