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In der Nacht des WM-Finales hat es in Bad Reichenhall zwei brutale Überfälle gegeben.

Prozess startet im April

WM-Mord: Gibt es kein lebenslänglich?

Traunstein - Ein 20 Jahre alter Bundeswehr-Soldat soll nach dem WM-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft einen 72-Jährigen ermordet und eine 17-Jährige schwer verletzt haben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

Es war eine Tat, die Entsetzen in den größten Freudentaumel brachte, für Wochen den Kurort Bad Reichenhall lähmte und zugleich für große Angst dort sorgte. In der Nacht des unvergesslichen Triumphs bei der Fußball-WM wurden in Bad Reichenhall der Rentner Alfons S. (72) mit einem Kampfmesser umgebracht, die 17-jährige Sarah mit der Klinge so schwer verletzt, dass sie auf einem Auge blind ist. Gestern hat nun die Staatsanwaltschafte Traunstein den mutmaßlichen Täter angeklagt. Im Sommer muss sich Christoph R. (20) u.a. wegen Mordes und versuchten Mordes vor Gericht verantworten. Als Tatmotiv gilt Raub. Doch ob Christoph R. die Höchststrafe für Mord – lebenslänglich – auch erhält, ist ungewiss. Verhandelt wird in Traunstein vor der Jugendkammer. Das heißt: Wird nach Jugendstrafrecht geurteilt, ist die Maximalstrafe normalerweise zehn Jahre Gefängnis, bei besonderer Schwere der Schuld kann sie bis auf 15 Jahre ausgeweitet werden. Ob nun nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht verhandelt wird, entscheiden die Richter.

Die Tatnacht auf den 14. Juli – Deutschland ist Fußball-Weltmeister: Das spätere Opfer Alfons S. hatte den Titel wie alle gefeiert. In der Poststraße traf er dann auf dem Nachhauseweg gegen 3 Uhr auf seinen Mörder, dieser nahm den Geldbeutel des Sterbenden mit. Eine Viertelstunde später wurde die 17-jährige Sarah nahe ihres Elternhauses attackiert. Die Auszubildende erlitt dabei bleibende Verletzungen, ihr Schicksal und wie sie damit fertig wird, berührt nicht nur im Berchtesgadener Land viele Menschen.

Der Angeklagte selbst floh nach der Tat nach Norwegen, wo er drei Wochen später auf einer Straße bei Trondheim festgenommen wurde. Im Oktober kam Christoph R. nach Deutschland und sitzt seither in U-Haft. Laut Traunsteiner Staatsanwaltschaft schweigt der Ex-Bundeswehrsoldat zu den Vorwürfen. Auch gegenüber seinem Verteidiger Harald Baumgärtl äußerte er sich nicht.

Auf die Spur des mutmaßlichen Mörders war man durch Hinweise aus der Bundeswehr gekommen. Bei einer Durchsuchung von Spind und Stube des Verdächtigen in der Hochstaufen-Kaserne wurde eine Messerscheide gefunden, zur Tatwaffe passte. Zudem entdeckten dort die Fahnder Kleidung mit Blutspritzern. mc

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