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Badesachen oder Regenschirm? Wer in den nächsten Wochen Zeit im Freien verbringen will, nimmt besser beides mit. Starkregen, wie kürzlich am Starnberger See festgehalten, wechselt sich immer wieder mit Sonnenschein ab.

Zwischen Starkregen und Sonne

Ferienwetter: Auf Wochen beständig unbeständig

München - Gewitter und Starkregen prägen seit Wochen das Wetter in Bayern und weiten Teilen Europas. Das verantwortliche Mittelmeertief wird so schnell nicht verschwinden. Zwischendrin besteht aber auch Hoffnung auf Sonnenschein.

Am Samstag Gewitter und starke Regenfälle in München, am Sonntag und zu Wochenbeginn Unwetter in Nordbayern: Durchgehend freundlich zeigte sich das Wetter in den Tagen vor Ferienbeginn eigentlich nirgendwo. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Einen Jahrhundertsommer werden wir in diesem Jahr wohl auch nicht mehr bekommen. Wochenlang jeden Tag am See, im Schwimmbad oder im Garten in der Sonne zu liegen, wird uns nicht vergönnt sein.

Zwischendrin lässt sich die Sonne immer wieder mal für ein paar Stunden oder gar Tage sehen. Gäste und Daheimgebliebene werden also nicht gänzlich auf Radtouren, Biergartenbesuche und Grillabende verzichten müssen. Aber die eine oder andere Schlechtwetteralternative für die Ferienplanung kann sicher nicht schaden. „Es sieht nicht so aus, als ob sich bald stabile Verhältnisse einstellen“, sagt Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst in München.

Die Gewitter, die besonders Nordrhein-Westfalen heimgesucht haben, werden uns noch eine Weile begleiten. Über dem Mittelmeer zieht ein Tiefdruckgebiet langsam in Richtung Balkan, das beständig feuchtwarme Luftmassen nach Mitteleuropa schaufelt. Diese Luftmassen sind die Grundlage für die teils heftigen Unwetter. Wann und wo sie sich entladen, lässt sich stets nur vage vorhersagen. „Wo die Sonne scheint und die Hitze am größten ist, herrscht die größte Gewitterwahrscheinlichkeit“, sagt Wünsche.

Das gilt für ganz Deutschland, und auch eine spontane Flucht auf die Alpensüdseite verspricht keine Verbesserung. „Da herrscht die gleiche Wetterlage“, sagt Wünsche. Gewitterwarnungen gibt es aktuell von Südfrankreich über Italien und den Balkan bis nach Griechenland. Wer spontan Urlaub buchen will und stabile Wetterverhältnisse sucht, muss wohl ins Flugzeug steigen. „Auf den kanarischen Inseln sieht es gerade ganz gut aus. Da würde ich im Moment am ehesten hinreisen“, sagt Wetterexperte Wünsche. Auch im südlichen Teil des Mittelmeerraum seien die Aussichten recht schön.

In Deutschland soll am Donnerstag eine Kaltfront aus Nordwesten kühlere Luft bringen. Die Tageshöchsttemperaturen fallen dann auf Werte knapp über 20 Grad. Das klingt nicht wirklich sommerlich, entspricht aber „dem langjährigen Mittel für diese Jahreszeit“, sagt Wünsche. Außerdem sorgt das Zwischenhoch, das der Kaltfront folgt, am Donnerstag und Freitag für viel Sonnenschein. Nur ganz im Süden sollen noch vereinzelt Gewitterschauer niedergehen.

Zum Wochenende hin gewinnt das Mittelmeertief wieder an Einfluss. Mit den Temperaturen steigt das Gewitterrisiko erneut an. Das prägende Tief, dessen Zentrum sich gestern über der Adria befand, wird laut Wünsche nicht so schnell verschwinden. „Gerade regeneriert es sich wieder.“ Wann sich die Großwetterlage ändert, lasse sich kaum voraussagen. Das hänge von der globalen Zirkulation in der höheren Atmosphäre ab. Und deren Launen sind noch weniger abzusehen, als das nächste lokale Gewitter.

Von Stefan Reich

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