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Nicht mehr allein: Bald könnte in Bayern das erste Wolfsrudel seit mehr als 150 Jahren nachgewiesen werden.

Wann gelingt der erste Nachweis?

So bereitet sich das Ministerium auf das erste Wolfsrudel in Bayern vor

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Experten sind sich einig: Bis zum ersten Wolfsrudel in Bayern wird es nicht mehr lange dauern. Die Frage ist nur, wo der Nachweis gelingt. Das Umweltministerium bereitet sichv or.

München – Die Frage ist nicht mehr ob, sondern nur noch wann und wo. Nach Ansicht von Claus Obermeier, Vorstandschef der Gregor-Louisoder-Umweltstiftung, sei jederzeit damit zu rechnen, dass in Bayern das erste Wolfsrudel nachgewiesen wird – es wäre das erste seit mehr als 150 Jahren. „Möglicherweise ist es sogar schon zur Rudelbildung gekommen, aber am Anfang sind die Welpen noch sehr heimlich“, sagt der Wolfsexperte. Die Jungtiere müssten also möglicherweise nur noch in die Fotofalle tappen.

Durch den Bayerischen Wald zieht mindestens seit dem vergangenen Herbst ein Wolfspaar, das haben genetische Analysen inzwischen bestätigt. Und auch auf dem US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz stellte sich im März dieses Jahres heraus, dass es sich bei den zwei nachgewiesenen Wölfen um ein Männchen und ein Weibchen handelt. Sollte es in einem der beiden Gebiete Nachwuchs gegeben haben, dürfte es bis zum ersten Nachweis nicht mehr allzu lange dauern, denn im Sommer entfernen sich die Jungen nach und nach immer weiter von ihrer Wurfhöhle.

Naturschützer rufen „Wolfsland Bayern“ aus

Ein Wolfsrudel wäre der nächste Schritt hin zu einem Wolfsland Bayern, wie es Naturschützer bereits im vergangenen Jahr ausgerufen haben. Während bei Tierschützern die Vorfreude groß ist, überwiegt bei vielen Schäfern und Almbauern die Skepsis. Auch Claus Obermeier, grundsätzlich ein Wolfsfreund, stellt fest, dass der Vierbeiner von seinen Gegnern dämonisiert und von seinen Anhängern mitunter verklärt wird. Obermeier plädiert dafür, die Rückkehr des Wolfes und alle Konflikte, die damit verbunden sind, gesamtgesellschaftlich zu lösen.

Schutzmöglichkeiten wie Elektrozäune und Herdenschutzhunde seien im Ausland bereits gut erprobt und hätten sich bewährt. Aber die Anschaffung koste Zeit und Geld – und hier brauchen Bauern und Tierhalter Unterstützung vom Staat, fordert Obermeier. Und zwar in Form eines flächendeckenden Förderprogramms.

Daran wird auch bereits gefeilt, wie das Umweltministerium auf Anfrage mitteilt. „Ein Förderprogramm zum Herdenschutz wird aktuell erarbeitet“, sagt ein Sprecher. Ziel sei es, ein nach EU-Recht konformes Programm zur finanziellen Förderung von Herdenschutzmaßnahmen anzubieten. Und zwar für die Gebiete, in denen Wolfsrudel feste Reviere etabliert haben. Bis wann dieses Programm fertig sein könnte, stehe noch nicht fest. „Die Ausgestaltung bedarf noch intensiver Abstimmungen.“

Bundesminister Schmidt will Abschussquote

Bislang gibt es einen Präventionsfonds, der vom Freistaat mit 30.000 Euro im Jahr ausgestattet wird. Dieses Geld wird vor allem in Pilotprojekte gesteckt, nicht aber in eine flächendeckende Ausstattung von Bauern und Tierhaltern. „Aber genau so eine landesweite Betriebsförderung für Schaf- und Ziegenhalter brauchen wir“, sagt Obermeier. Die Almwirtschaft sei aber ein Spezialfall und nicht mit einem Schäfer zu vergleichen, der durch das Altmühltal zieht.

Und was, wenn der Wolfsbestand weiter wächst? Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte sich zuletzt mit Blick auf die Populationen in Sachsen und Brandenburg für eine Abschussquote ausgesprochen. Doch das hält Obermeier für kontraproduktiv. „Das löst kein Problem.“ Vielmehr würden durch Abschüsse die Rudel gesprengt und die Tiere in die extreme Nachtaktivität gedrängt. In Extremfällen hält es aber auch Obermeier für angebracht, einzelne Tiere zu „entnehmen“, wie es in der Fachsprache heißt. Etwa dann, wenn ein Wolf mit Katzen- oder Hundefutter angefüttert wurde und in der Folge aktiv auf den Menschen zugeht. „Es geht uns nicht darum, zu sagen, wir dürfen dem Wolf kein Haar krümmen.“

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