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Journalisten warten am Freitag am Südtor der Justizvollzugsanstalt München Stadelheim, als ein Gefangenentransporter angefahren kommt. Der verurteilte ehemalige KZ-Wachmann John Demjanjuk soll im Laufe des Tages die JVA verlassen.

Stadelheim: Demjanjuk will bleiben!

München - Der ehemalige KZ-Wachmann muss die fünf Jahre Haft nicht antreten. Die Suche nach einem geeigneten Pflegeheim läuft. Laut "Bild" will er selbst im Gefängnis bleiben. Wohin denn jetzt, mit John Demjanjuk?

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Demjanjuk ist draußen - sein Ziel unbekannt

Einen Tag nach der Aufhebung des Haftbefehls gegen den früheren KZ-Wachmann John Demjanjuk wird mit Hochdruck nach einem Pflegeheim für den 91-Jährigen gesucht.  “Wir suchen mit Sozialdienst und kirchlichem Dienst fieberhaft eine Stelle, die ihn aufnehmen würde“, sagte der stellvertretende Leiter des Münchner Gefängnisses Stadelheim, Jochen Menzel, am Freitag. “Wir können ja den 91-jährigen Mann nicht auf die Straße schieben und sagen: Servus.“

Laut "Bild" hat Demjanjuk selbst sogar den Wunsch in Stadelheim zu bleiben: „Es fällt ihm schwer wegzugehen. Er hat sich an uns gewöhnt. Es fällt ihm schwer, die Beziehung abzubrechen, die er zu unseren Ärzten und dem Pflegedienst aufgebaut hat", sagte Michael Stumpf, Leiter des Gefängnisses in Stadelheim, der Zeitung. „Wenn er drum bittet, könnte ich ihn zwei, drei Tage länger dabehalten. Aber nicht wochenlang.“

John Demjanjuk bei der Verkündung des Urteils.

Auf die Frage, wer Demjanjuks Lebensabend finanziert, antwortete Stumpf in der "Bild":  „Es stellt sich die Frage der Kostenträgerschaft. Demjanjuk hat bei uns ein Konto, aber da sind nur ein paar Euro drauf. Schlimmstenfalls muss das die Sozialhilfe übernehmen.“

Das Münchner Landgericht hatte den gebürtigen Ukrainer Demjanjuk am Donnerstag wegen Beihilfe zum Mord an mindestens 28 060 Juden im Jahr 1943 im Vernichtungslager Sobibor zu fünf Jahren Haft verurteilt. Zugleich hob das Gericht mit Blick auf die zweijährige Untersuchungshaft und unter Verweis auf die Verhältnismäßigkeit den Haftbefehl auf. Demjanjuks Verteidigung hat Revision gegen das Strafurteil angekündigt.

dpa

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