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Volles Rohr mit dem Laubbläser: Im Kampf gegen das Herbstlaub ist laute Technik im Einsatz.

Jeden Herbst dasselbe Problem

Wohin mit all dem Laub?

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Hört man das Dröhnen der Laubbläser, ist klar: Der Herbst und sein Blätterwahnsinn sind wieder da. Doch wo landet eigentlich all das Zeug? Und wieso sollte man den Gehweg vor dem Haus besser freiräumen?

München – Rot, grün, gelb, violett, braun – in den verschiedensten Farben prägt es alljährlich zwischen September und November das Landschaftsbild: Laub. Allein in den fünf größten deutschen Städten sinken jeden Herbst 86.000 Tonnen Laub zu Boden. Liegen bleiben darf es zumeist nicht. Wohl jeder kennt den nervigen Lärm der dröhnenden Laubbläser. Unzählige Diskussionen gab es schon über sie. Verboten sind sie dennoch nur in wenigen Gemeinden. Aber: Was passiert eigentlich mit all dem Laub?

Für viele Bauhofmitarbeiter ist der Kampf gegen das Laub jeden Herbst allgegenwärtig. In der Stadt Weilheim etwa sind täglich bis zu 17 Mitarbeiter der Stadtwerke im Einsatz, um die dortigen Grünflächen und Straßen von Laub zu befreien. Mal mit einem Großflächenmäher, mal aber auch nur mit Schaufel und Besen. Das gesammelte Laub wird nicht etwa verbrannt, sondern kompostiert.

„Den Gemeinden ist es freigestellt, wie sie damit umgehen“

Bei Weitem nicht alle Gemeinden im Landkreis Weilheim-Schongau bringen ihr Laub dafür zu einem Wertstoffhof. „Den Gemeinden ist es freigestellt, wie sie damit umgehen“, erklärt Fritz Raab von der „Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft“ (EVA), die im Landkreis dafür zuständig ist. „Viele besitzen eine eigene Kompostierungsanlage und verwerten ihr Laub auf diese Weise eigenständig.“ Die Kommunen sparen dadurch Geld. Denn: Wer sein Laub liefert, muss zahlen. Bei Privatpersonen gilt: Bis zu 200 Kilogramm beziehungsweise zwei Kubikmeter Laub sind frei.

Sind die öffentlichen Straßen eindeutig das Terrain der Gemeinden und ihrer Mitarbeiter, so stellt sich die Lage bei Gehwegen, die an Privatgrundstücke angrenzen, anders dar. „Hier ist der Eigentümer des Grundstücks gefordert“, betont Wilfried Schober, Referent im bayerischen Gemeindetag. Ganz im Ernst: Mit Laub ist nicht zu spaßen. Es gilt die Räum- und Streupflicht nach Artikel 51 des bayerischen Straßen- und Wegegesetzes. Wer sich verweigert, geht ein großes Risiko ein, sagt Schober. Rutscht jemand auf dem nassen Laub aus und verletzt sich, kann es teuer werden. Auch für Langschläfer zeigt der Gesetzgeber nur wenig Mitleid. Lediglich bei Unfällen, die vor sieben Uhr passieren, kann der Eigentümer des Grundstücks nicht belangt werden.

Nicht jede Laubart verrottet gleich schnell

Wer viel Laub auf seinem Grundstück liegen hat, muss dieses nicht zwingend aufsammeln und in der Bio-Tonne verschwinden lassen. Laut EVA-Geschäftsführer Raab spricht beispielsweise nichts dagegen, im heimischen Garten selbst zu kompostieren. Der ausgereifte Kompost könne später als Dünger oder nährstoffhaltige Blumenerde verwendet werden. Aber Achtung: Nicht jede Laubart verrottet gleich schnell. Weidenlaub und das Laub von Kazien, Eschen, Linden oder Birken vergeht am schnellsten. Eichenlaub hingegen ist nach einem Jahr noch immer nicht vollständig zersetzt. Ein Tipp: Zuerst mit dem Rasenmäher das Laub zerhäckseln, dann geht‘s schneller.

Auch der Tierwelt kann man mit den Laubmengen im eigenen Garten ohne großen Aufwand etwas Gutes tun, sagt Martina Gehret vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern. Zum Beispiel mit einem Laubhaufen, den man zusätzlich mit kleinen Ästen bedeckt. „Der perfekte Schlaf- und Überwinterungsplatz für Igel.“

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