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Nachwuchs: Drei junge Wölfe, wenn auch nicht die aus dem Bayerischen Wald.

Erstes Rudel in Bayern seit 150 Jahren

Der Wolf ist zurück in Bayern: „Es werden noch mehr kommen“

Der Nachweis von Jungtieren im Bayerischen Wald setzt die Politik unter Druck. Viele Fragen sind in Bayern nicht geklärt. Naturschützer und Verbände fordern jetzt Taten statt Worte.

München – Naturschutzexperten haben seit Langem mit der Nachricht gerechnet, insofern war es für sie keine große Überraschung, als jetzt im Bayerischen Wald das erste Wolfsrudel seit 150 Jahren nachgewiesen werden konnte. Drei Jungtiere waren in eine Fotofalle getappt (wir berichteten).

„Es ist eine wunderbare Nachricht“, sagt der Wildbiologe und Wolfexperte Ulrich Wotschikowsky aus Oberammergau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen). „Ich sehe tagtäglich so viel Zerstörung in der Natur, ich sehe, dass Arten aussterben. Dass jetzt die Wölfe zu uns zurückkommen, sollte uns alle mit großer Dankbarkeit erfüllen.“ Auch beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) zeigte man sich erfreut über die „eigenständige Wiederbesiedelung des Wolfs“. Denn er gehöre zu Bayerns faszinierender Natur.

Zwei Wolfspaare haben für mindestens dreifachen Nachwuchs gesorgt

Seit 2016 gibt es in Bayern wieder standorttreue Wölfe. Ein Paar lebt am Truppenübungsplatz in Grafenwöhr in der Oberpfalz und ein zweites im Bayerischen Wald – eben jenes, das jetzt für mindestens dreifachen Nachwuchs gesorgt hat.

Die Wölfe sind gekommen, um zu bleiben, so viel steht mittlerweile fest. Und glaubt man Wolfsexperten Wotschikowsky, dann ist das Rudel im Bayerischen Wald auch erst der Anfang. „Es werden noch mehr Wölfe nach Bayern kommen“, sagt er.

Ist Bayern darauf vorbereitet?

Doch ist Bayern darauf vorbereitet? Naturschutzverbände kritisieren, dass die Staatsregierung es immer noch nicht geschafft hat, grundsätzliche Fragen im Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf zu klären – etwa wie Landwirte staatlich unterstützt werden, die ihre Weiden und Herden sichern wollen. „Wir hinken hinterher“, stellt Wotschikowsky fest.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) rät in seinem „Managementplan Wölfe in Bayern, Stufe 2“ zu mehreren Maßnahmen. Einstallung in der Nacht oder den Schutz der Weide mit Elektrozäunen. Letzteres kostet je nach Größe der Weide mehrere 1000 Euro. Mit den Geldern des vom Freistaat aufgelegten Präventionsfonds werden jedoch vor allem Pilotprojekte unterstützt. Landwirtschaftsverbände wie der Landesverband Bayerischer Schafhalter fordern deshalb schnelle und unbürokratische Hilfen für Tierhalter.

„Die Staatsregierung hat jahrelang nichts getan“

Scharfe Kritik an der Wolfspolitik des Freistaats kommt auch vom Bund Naturschutz. „Die Staatsregierung hat jahrelang nichts getan“, sagt BN-Landesvorstand Christian Hierneis. Derzeit existiere nur eine rudimentäre staatliche Unterstützung des präventiven Herdenschutzes. Der BN drängt deshalb auf ein landesweites Förderprogramm. Zudem solle die Regierung endlich die „Stufe 3“ des Wolfsmanagement-Plans vorlegen. „Im jetzigen Plan sind Wölfe mit Nachwuchs nicht berücksichtigt.“ Auch der LBV treibt die Politik zum Handeln an: „Wir brauchen schleunigst ein staatliches Instrument, um Präventionsmaßnahmen fördern zu können.“

Das Bayerische Umweltministerium erklärte vor kurzem auf eine Anfrage unserer Zeitung, dass man dabei sei, ein Programm zur finanziellen Förderung von Herdenschutzmaßnahmen zu erarbeiten. Wann dieses Programm fertig sein könnte, stehe aber noch nicht fest.

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Von Beatrice Ossberger

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