Nach Messerattacke in Würzburg
+
Chia Rabiei hatte versucht zu helfen.

Helfer stammt aus dem Iran

Familienvater (42) hält Würzburg-Angreifer in Schach - Geschehnisse lassen ihn nicht los

  • Katarina Amtmann
    VonKatarina Amtmann
    schließen

Chia Rabiei war einer der mutigen Bürger, die sich dem Angreifer von Würzburg in den Weg stellten. Eine Sache bereitet dem Familienvater jedoch Kopfzerbrechen.

Würzburg - Am Freitag starben in Würzburg drei Frauen, mehrere Personen wurden schwer verletzt. Ein 24-Jähriger aus Somalia hatte sich im Woolworth-Kaufhaus ein Messer genommen und damit zahlreiche Menschen angegriffen. Auf Handyvideos, die kurz nach der Tat auf Twitter kursierten, war zu sehen, wie couragierte Bürger den mutmaßlichen Täter in Schach hielten, bis die Polizei eintraf. Dafür gab es viel Lob aus der Politik, unter anderem von Markus Söder* und CDU*-Chef Armin Laschet.

Attentat in Würzburg: Chia Rabiei - ein Kurde aus dem Iran - hält Angreifer in Schach

Einer der mutigen Helfer vom Freitag ist Chia Rabiei, ein 42-jähriger Kurde aus dem Iran. Der Vater einer Tochter ist seit 17 Monaten in Deutschland. Aktuell lebt er laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung (FAZ) in einer Asylbewerberunterkunft und besucht einen Deutschkurs. Am Freitag kam Rabiei vor dem Kaufhaus Woolworth entlang und sah, wie ein Mann mit einem Messer auf Passanten einstach.

Auf Handyvideos ist zu sehen, wie Rabiei reagiert: Nur mit einem Rucksack versucht er den Angreifer, der nach wie vor ein Messer in der Hand hält, in Schach zu halten. Schließlich lässt der 42-Jährige den Rucksack fallen und versucht es mit Schreien und kampfsportartigen Bewegungen. Letztere habe er sich selbst beigebracht, wie er der FAZ schildert.

Angreifer von Würzburg in Schach gehalten: Helfer lässt Vorfall nicht los

Die Frage, ob er in der Situation keine Angst um sein eigenes Leben gehabt habe, verneint er. Doch die Geschehnisse lassen ihn nicht los. Er habe nicht schlafen können, erzählt Rabiei der FAZ, denn er habe sich immer wieder gefragt, warum er nicht früher dort war. Vielleicht hätte er dann früher eingreifen und den 24-Jährigen stoppen können. Womöglich hätte er so verhindern können, dass der Angreifer so viele Menschen verletzen und töten konnte.

Video: Polizei schildert Hergang des Messerangriffs von Würzburg

Rabiei erklärt im Gespräch mit der Zeitung weiter, dass er das Gefühl gehabt habe, mit einem Taub-Stummen zu kämpfen, weil der Mann die ganze Zeit lang kein Wort gesprochen habe. Die Menschen um sich herum habe er in der Situation gar nicht wahrgenommen, er sei wie in einem Tunnel gewesen. Erst als er selbst die Aufnahmen gesehen habe, habe er bemerkt, wie viele Personen tatsächlich um ihn herum waren. (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Übrigens: Die wichtigsten Geschichten aus dem Freistaat gibt‘s jetzt auch in unserem brandneuen, regelmäßigen Bayern-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion