Die getötete Simone Strobel aus Würzburg am Strand in Australien
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15 Jahre nach dem Tod von Simone Strobel haben die australischen Ermittler eine Belohnung für sachdienliche Hinweise in Höhe von einer Million Dollar ausgelobt.

„Wie versaut muss ein Mensch sein?“

Tote Simone (25) aus Bayern: Eine Million Dollar für Hinweise - Vater erschüttert über dreisten Ex-Freund

  • Lisa Fischer
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Vor 15 Jahren wurde eine 25-Jährige tot in Australien aufgefunden. Nachdem die australischen Ermittler eine Million Dollar für Hinweise zu der Tat ausgelobt haben, meldet sich ihr Vater.

  • Die 25-jährige Simone Strobel verschwand im Februar 2005 von einem Campingplatz in Australien. Ein paar Tage später wird ihre Leiche gefunden.
  • Die australischen Ermittler setzen nun 15 Jahre nach dem Tod der Unterfränkin eine hohe Belohnung aus.
  • Simones Vater erreichte die Neuigkeit über die Kripo Würzburg. Die Wut auf den Ex-Freund ist nach all den Jahren groß. „Wie versaut muss ein Mensch sein?“

Update vom 16. Oktober, 09.40 Uhr: Am gestrigen Donnerstag wurden Neuigkeiten im Fall der getöteten Touristin Simone Strobel bekannt. Die australischen Ermittler lobten eine Belohnung von einer Million Dollar (rund 600 000 Euro) aus, für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen. Die Würzburger Kollegen, die den Fall seit 15 Jahren parallel zu den Ermittlungen in Australien bearbeiten, besuchten gestern den Vater der ermordeten 25-Jährigen. Sie informierten ihn über die hohe Belohnung, die die Kripobeamten in New South Wales ausgelobt hatten.

Eine Million Dollar für Hinweise: 15 Jahre nach Tod von Simone aus Bayern - Vater setzt Hoffnung in Belohnung

Gegenüber Bild.de (hinter der Bezahlschranke) sagte Simones Vater, Gustl Strobel: „Jetzt war es so lang ruhig und nun kommt so eine Überraschung.“ Mit der hohen Belohnung hoffe er, dass sie „etwas bringt“ und die Ungewissheit endlich endet. 15 Jahre nach dem Tod plagt den Landwirt aus Rieden (Kreis Würzburg), dass er sich nicht von seiner Tochter habe verabschieden können, berichtet das Blatt.

Bayern: 15 Jahre nach Tod von Simone - Vater erschüttert über den dreisten Ex-Freund - „wie versaut muss ein Mensch sein?“

Der damalige Freund von Simone Strobel, Tobias S., seine Schwester und ein weiterer Freund gerieten schnell in das Visier der Ermittler. Alle drei waren mit der 25-jährigen Simone in Australien unterwegs. Gegenüber der australischen Polizei machten sie falsche Angaben darüber, was vor Simones Tod passiert ist. „Was hat die drei veranlasst, sich eine solche Geschichte auszudenken und die Polizei in eine falsche Richtung zu lenken?“, zitiert Bild.de ihren Vater. Von ihrem Ex-Freund hätte er nie eine Antwort bekommen. „Wie versaut muss ein Mensch sein, sich mit uns ans offene Grab zu stellen und uns gleichzeitig so anzulügen? Er hat uns nur benutzt.“

Auch als Gustl Strobel die Schwester des Ex-Freundes auf den Tod seiner Tochter angesprochen habe, hätte diese gerufen: „Ich sage nichts, auch wenn ihr mich foltert“, berichtet Bild.de. Er betonte weiter, dass er froh sei, dass die australischen Ermittler ihre Bemühungen nicht eingestellt hat. „Wir hoffen, dass wir damit abschließen können und der Verantwortliche für Simones Tod einer gerechten Strafe zugeführt wird.“

Eine Million Dollar für Hinweise: 15 Jahre nach Tod von Simone aus Bayern - Ermittler erhoffen sich neue Hinweise

Erstmeldung vom 15. Oktober: Würzburg - Mit der Auslobung einer Belohnung von einer Million Dollar, umgerechnet etwa 600 000 Euro, hoffen australische Ermittler erneut auf Mithilfe der Bevölkerung im Fall der getöteten Simone Strobel. Das berichtet die Polizei Unterfranken in einer Mitteilung vom 15. Oktober.

Die 25-Jährige aus Unterfranken wurde zuletzt am 11. Februar 2005 lebend gesehen. Sie war mit ihrem Partner und Freunden auf einem Campingplatz im australischen Lismore (Bundesstaat New South Wales). Sechs Tage später wurde ihre mit Palmwedeln bedeckte Leiche auf einem Sportgelände in unmittelbarer Nähe des Campingplatzes gefunden.

Würzburg: 15 Jahre nach dem Tod von Simone Strobel - „Wir wissen, dass die Wahrheit dort draußen ist“

„Seit 15 Jahren versucht die Polizei herauszufinden, was damals passiert ist“, sagte David Elliot, der Polizeiminister von New South Wales. „Sowohl die Gemeinde Lismore als auch Angehörige in Deutschland verdienen Antworten.“ Elliot weist die Bevölkerung darauf hin, dass jeder kleinste Hinweis zu einer kompletten Wendung in diesem Fall führen könnte. Polizeipräsident Scott Tanner erklärte laut Polizei New South Wales: „Wir wissen, dass die Wahrheit dort draußen ist und wir wissen, dass dort Menschen sind, die sie zurückhalten.“ Die Belohnung gebe es für Informationen, die zur Verhaftung und Verurteilung der für die Tat Verantwortlichen führen könnten.

Würzburg: 15 Jahre nach dem Tod einer jungen Fränkin - Eine Million Dollar für Hinweise ausgelobt

Parallel zu den Ermittlungen in Australien laufen seither die Ermittlungen der Kriminalpolizei Würzburg in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg. Hinweise aus Deutschland können bei der Kripo unter (0800) 7733744 eingereicht werden. Das Polizeipräsidium Unterfranken teilt mit, dass die Auslobung des Geldbetrages ausschließlich über die australische Polizei erfolgt.

Bereits im Jahr 2014 hatte das Bayerische Landeskriminalamt neun Jahre nach der Tat eine Belohnung von bis zu 10 000 Euro ausgesprochen.

Würzburg: Der mysteriöse Tod einer jungen Fränkin in Australien - Streit mit damaligem Freund ging voraus

Der Fall der getöteten fränkischen Touristin sorgte in den letzten 15 Jahren immer wieder für Aufsehen - in Deutschland wie auch in Australien. Zunächst ergaben die Ermittlungen, dass die 25-Jährige sich vor ihrem Verschwinden mit ihrem damaligen Freund gestritten hatte. Das erzählten mehrere Zeugen, aber auch in Einträgen im Tagebuch der Unterfränkin wird von einem Streit geschrieben, wie die Main-Post berichtet. Ihr Freund Tobias M. habe sich demnach jedoch gegenüber der Polizei an keinen Streit erinnern können.

Würzburg: Der mysteriöse Tod von Simone Strobel - wird ihr Ex-Freund verdächtigt?

Er geriet aber schnell in das Visier der Ermittler und gilt seither offenbar als Hauptverdächtiger. 2017 wurden Schriftstücke bei dem damaligen Freund von Simone Strobel in seiner Wohnung in Australien gefunden. Dort wohnt der Verdächtige mittlerweile mit seiner australischen Frau. Die Ermittler glaubten, auf dem Papier Hinweise zu dem Tod Simone Strobels zu finden. Wie die Main-Post im Februar 2018 erklärte, konnten jedoch keine neuen Erkenntnisse aus den Papierstücken gewonnen werden.

Trotz intensiver Ermittlungen auf australischer und deutscher Seite konnte das Gewaltverbrechen bisher nicht aufgeklärt werden. Grund ist auch, dass neben dem damaligen Freund auch die weiteren Begleiter, die ebenfalls auf dem Campingplatz untergebracht waren, schweigen, wie Medien berichten. Eine australische Autorin veröffentlichte 2014 ein Buch über den Fall Simone Strobel. Tobias M. führte daraufhin eine jahrelange Verleumdungsklage gegen die Autorin, da sich der Verdacht gegen ihn durch das Buch erhärten würde. Mit der Klage scheiterte der Deutsche 2017 vor dem Obersten Gerichtshof in Australien.

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