Urteil im Schubkarren-Prozess

Bekannte erwürgt: Zehneinhalb Jahre Haft

Würzburg - Dass er eine erwürgte Frauenleiche in einer Schubkarre Würzburg kutschiert, spricht nicht für seine Intelligenz. Laut Gericht ist der 45-Jährige aber voll schuldfähig. Nun muss er ins Gefängnis.

Zu zehneinhalb Jahren Haft hat das Landgericht Würzburg einen Mann verurteilt, der eine Bekannte erwürgt und ihre Leiche mit einer Schubkarre durch den Ort gefahren hatte. Die Strafkammer folgte damit am Montag in weiten Teilen den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die für zwölf Jahre Gefängnis plädiert hatte.

Obwohl die Gutachter dem 45-Jährigen mangelnde Intelligenz "nah am Schwachsinn" attestierten, sei der Mann zur Tatzeit nicht vermindert schuldfähig gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Burkhard Pöpperl. "Er würgte Silke noch mindestens drei bis fünf Minuten, um sie zum Schweigen zu bringen. Der Angeklagte wollte in diesen Minuten ihren Tod, hat ihn zumindest billigend in Kauf genommen", so der Richter weiter. Das Gericht gehe deshalb von vorsätzlicher Tötung aus.

Der Angeklagte hatte bereits bei der ersten Vernehmung gestanden, die 32-Jährige im April in ihrer Wohnung im Streit umgebracht zu haben. Anschließend hatte er ihre Leiche in einer Schubkarre mitten in der Nacht durch den Würzburger Ortsteil Heidingsfeld gefahren. Damit sie an der frischen Luft wieder zu sich kommt, hatte der Gartenarbeiter seine Idee begründet. "Er wollte ihren Tod nicht wahrhaben", sagte Richter Pöpperl dazu.

Zugunsten des Angeklagten habe das Gericht sein frühes Geständnis und seine echte Reue gewertet. Dass er die Leiche in einem Acker nahe der Wohnung vergraben hatte, um seine Tat zu vertuschen, legte die Strafkammer indes zum Nachteil des Angeklagten aus. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Verteidigerin kündigte an, Revision einzulegen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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