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2000 Schweine verendeten wohl schon im November in zwei Ställen bei Würzburg. Im März fand man sie. Jetzt präsentierte die Staatsanwaltschaft ihren Abschlussbericht.

Tiere vernachlässigt

Extremer Fall: Landwirt lässt 2000 tote Schweine monatelang im Stall verrotten

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Ein Landwirt aus Osthausen bei Würzburg hat seine Schweine jahrelang vernachlässigt. Die Tiere verendeten und blieben monatelang liegen. Die Polizei ermittelt.

Würzburg - Die Staatsanwaltschaft Würzburg kommt in ihrem Abschlussbericht zu den 2000 toten Schweinen, die in zwei Ställen auf einem Bauernhof im Gelchsheimer Ortsteil Osthausen (Landkreis Würzburg) gefunden wurden, zu einem erschütternden Ergebnis: Der Bauer hatte die Tiere vernachlässigt und dadurch ihren Tod herbeigeführt. Anschließend hatte er sie monatelang im Stall liegen gelassen.

Im März dieses Jahres waren 2000 tote Schweine in den Ställen des Mastbetriebs entdeckt worden. Die Beseitigung der Kadaver und die Reinigung der Ställe konnte erst über einen Monat später abgeschlossen werden. Nachdem auch die Luft in den Ställen gereinigt worden war, hatten Gutachter diese untersucht, um den Zeitpunkt und die Ursache des Todes der Schweine zu klären. Parallel liefen Ermittlungen außerhalb der Halle. Beispielsweise wurden Kadaverproben am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen untersucht. Konsequenzen für den Schweinehalter seien allerdings erst nach Abschluss des Gutachtens möglich, teilte damals eine Sprecherin der Polizei mit.

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Kadaver offenbar erst vier Monate später entdeckt

So weit ist es nun. Laut Veterinärsamt starben die Tiere an einer Unterversorgung mit Futter, Wasser und Luft. Dafür sei aber kein plötzlicher Ausfall der Strom- oder Lüftungsanlage verantwortlich. In einem Stall war funktionierte die Fütterungsanlage seit 2015 nicht mehr. In beiden Ställen waren die Einrichtungen zur automatischen Verständigung des Landwirts über Fehler in der Lüftungs- oder Fütterungsanlage defekt. Die Schweine lagen daher wahrscheinlich schon seit November 2016 tot in ihren Ställen und wurden erst vier Monate später entdeckt.

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Die lange bestehenden Defekte und die lange Zeit zwischen dem Tod der Tiere und deren Auffinden deuten darauf hin, dass der Betreiber der Mastanlage seine Tiere vernachlässigt hat. Die Ermittler schlossen andere Todesursachen, wie beispielsweise die Schweinepest, aus. 

Gegen den Landwirt wird nun unter anderem wegen Tiermisshandlung ermittelt. Auch die Kosten für die Entsorgung der Tiere stellte ihm das Landratsamt in Rechnung: Der Mann soll nun 200.000 Euro zahlen. Gegen den Bescheid legte er Widerspruch ein.

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mas

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