Schatten von Kind auf Schaukel und Mann daneben. Kidnapping Entführung
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Mehrere Kinder sind einer Entführung durch einen mutmaßlichen Kidnapper entkommen. (Symbolbild)

Würzburg

Kinder im Internet zu Missbrauch angeboten: Angeklagter begeht vor Prozessauftakt Suizid

  • Katharina Haase
    vonKatharina Haase
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Ein Mann (61) soll im Internet Kinder zum sexuellen Missbrauch angeboten haben. Zudem verschickte er kinderpornographische Inhalte. Jetzt nahm er sich das Leben.

  • In Würzburg steht ein Mann (61) vor Gericht.
  • Er soll Kinder im Internet für sexuelle Handlungen angeboten haben.
  • Auch die Tochter seiner Lebensgefährtin wurde ein Missbrauchsopfer.

Update, 7. Oktober, 11:15 Uhr: Der 61-jährige Angeklagte, der sich heute vor dem Würzburger Landgericht wegen mehrer Delikte im Bereich Kindesmissbrauch und Kinderpornographie verantworten sollte, hat sich kurz vor Prozessbeginn das Leben genommen. Das berichtet die Deutsche Presse Agentur. Das Verfahren sei daher eingestellt worden, teilte der Vorsitzende
Richter am Mittwoch mit. Der Anwalt des Angeklagten gab an, diesen noch am Montag getroffen zu haben - dabei hätte es nicht den geringsten Anhaltspunkt für die Tat gegeben.

Hinweis zu Berichterstattung nach Suizid: Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111.

Erstmeldung, 7. Oktober, 8.00 Uhr

Würzburg - Weil er anderen Männern Kinder für die Ausführung sexueller Handlungen im Internet angeboten hat, muss sich ein 61-Jähriger nun vor dem Landgericht in Würzburg verantworten. In seinen Chats schrieb er unter anderem über den Geschlechtsverkehr mit Kindern, als sei dies das Normalste der Welt. Dabei verbreitete der Mann aus Unterfranken jahrelang kinder-und jugendpornographische Inhalte.

Kinder im Internet angeboten: Mann in Würzburg vor Gericht

Zweimal bot er Bekannten dabei Kinder an - unter anderem 2016 die 2008 geborene Tochter einer Bekannten. Er beschrieb seinem Chatpartner dabei genau, zu welchen Handlungen das Kind bereit sei. Daraufhin schlug sein Chatpartner ein Treffen vor, zu dem es glücklicherweise nie kam. Jedoch sei die Ernsthaftigkeit des Angebots ersichtlich gewesen, so die Staatsanwaltschaft, was für eine Anklage ausreiche.

Tochter von Lebensgefährtin missbraucht: Mann verschickte kinderpornographische Inhalte

Einige der intimen Aufnahmen, die der Mann unter anderem versendete, zeigen den Missbrauch der 1999 geborenen Tochter seiner Lebensgefährtin. Er soll sie im Alter von etwa elf Jahren missbraucht und die Tat gefilmt haben. Mit seinen Chatpartnern sprach er auch über weitere Kinder und deren sexuelle Vorlieben - bis einer der Internet-Bekannten ihn anzeigte.

Seine Partnerin hatte sich nach Bekanntwerden der Taten von dem heute 61-jährigen Sozialhilfe-Empfänger getrennt. Nun sitzt dieser seit etwa einem Jahr in Untersuchungshaft. Bislang schweigt der Mann zu den Vorwürfen.

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